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Probefahrten der Z300 (15-16)

z300 probefahrt erfahrungen erfahrungsberichte

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#1
tralf

tralf

    berlin streetZ

  • ADMINISTRATOR

Wie auch schon bei den anderen Modelle möchte ich die Eindrücke von Probefahrten der User hier sammeln. Ich habe gleich mal den Anfang gemacht.

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Nachdem ich vorgestern von meinem Kawasaki-Händler (Chris von Bikerworld Rosenow) angeschrieben wurde, dass die neue Z300 als Vorführer bereit steht geritten zu werden, habe ich mich am nächsten Tag gleich zu einer Probefahrt hinreißen lassen. Wenn es im März so sonnig :wetter1:  ist, dann muss man das ausnutzen.

 

Der Tacho zeigte 1 km, ich war also wie schon bei der Z1000 2014 der erste Reiter. Also Motorradklamotten angepellt und ab dafür.

 

Die Z300 sieht der Z800 schon recht ähnlich, obwohl der Kenner beim genauen Begutachten viele Unterschiede erkennt. Aber egal, erst mal fahren.

Angelassen erinnert der Reihen-2-Zylinder an die ER-6n, nur der Serien-Endtopf lässt kaum ein ordentliches Geräusch raus. Es hatte 12°C draußen also bin ich die ersten Meter sinnig gefahren.

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Die Maske ist nah an der Z800

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Motor / Leistung: Die Leistung auf dem Datenblatt, 39PS und 21Nm sind auch in der Praxis, wenn man Bikes mit gut 100 PS mehr gewöhnt ist, recht unaufgeregt. Man muss den Motor schon ordentlich ausquetschen um etwas Dynamik zu erahnen. Aber die Z300 soll ja auch kein Power-Naked sein. Wie bei diversen anderen Motorrad-Portalen habe ich mal versucht die Fahrleistungen auf Video aufzuzeichnen. Das macht sich hinterher besser, die Zeiten zu nehmen. Unter 3000 Touren mag er nicht so gerne. Danach dreht er ohne positive wie negative Auffälligkeiten bis 13.000/min hoch. Der rote Bereich geht von 13.000 bis 15.000. Der Begrenzer war bei 14.000 eingestellt, das hat aber Chris auf der Rolle ausprobiert. Aber ganz oben geht dem Motor eh die Puste aus. Schalten sollte man spätestens bei 11.000 /min.

 

Meine selbst ermittelten Werte liegen bei der Beschleunigung 0-100 km/h bei 8,4 s, der Durchzug im 6. Gang ist 50-100 km/h 11,7 s und bei 50-140 km/h bei 35,0 s. Die Videos dazu sind unten zu sehen.

So verhielt es sich auch mit der Höchstgeschwindigkeit. Aufrecht sitzend ging es bis 130km/h recht zügig, danach auf 145km/h quälend langsam. Und viel mehr war auch nicht drin. Der 6. Gang ist lang übersetzt, so dass die Z300, mit mir drauf, noch ein ganzes Stück vor dem roten Bereich meinte, jetzt sind wir schnell genug - muss reichen für dich.

 

Fahrwerk: Bei kostengünstigen Motorrädern ist man ja durchweg zu weiche oder schwammige Fahrwerke gewöhnt. Zumindest kommt es mir, mit 100kg Lebendgewicht so vor. Kawasaki geht bei seinen Fahrwerksgrundeinstellungen ja immer von 68kg Fahrern aus. Einstellmöglichkeiten gibt es, bis auf die Vorspannung hinten eh keine, also muss man nehmen was Kawa einem da serviert. Umso überraschter war ich von der angenehmen Souveränität des Fahrwerks. Es ist recht straff, beinahe sportlich ausgelegt. Kein Durchwippen über Bodenwellen und auch Schläge werden gedämpft aber deutlich spürbar an den Fahrer weitergegeben. Das gibt gutes Feedback über die Bodenbeschaffenheit. Vom schwammigen Wabbeln und Eiern keine Spur. Das gefällt mir.

 

Ergonomie: Die Sitzposition passte mir. Der Kniewinkel war etwas zu spitz für meine 1,84m, aber ich bin sicher nicht die vorrangige Zielgruppe der Z300. Kurz gesagt, es gab kaum Unterschiede zur Z800, außer dass die Z300 wesentlich schmaler unterm Hintern ist.

Der zentrale, analoge Drehzahlmesser des Tachos ist gut abzulesen, wie auch das LCD mit der Geschwindigkeitsanzeige. Als Funktionen gibt es wahlweise 2 Tageskilometerzähler (Trip1 & 2) oder die Gesamtkilometeranzeige (ODO). Die Uhr ist rechts oben immer zu sehen, genauso wie eine Tankanzeige mit 6 Segmenten. Nach 133km waren 2 Segmente erloschen und 6l raus.

Bei der recht tief stehenden Sonne im März hatte ich Probleme alle Infoleuchten zu erkennen. Gerade meine hellgraue Textilkombi spiegelte sich im glatten Glas des Tachos und machte die in Vertiefungen liegenden Lichter, links und rechts vom Drehzahlmesser, schwer erkennbar.

An den nicht einstellbaren Hebeln erkennt man gut, das Kawasaki hier auf die Kostenbremse gedrückt hat. Sie funktionierten für meine Hände aber erstaunlich gut. Griffe und Schalterarmaturen sind bekannte Kawa-Kost.

 

Instrumenteneinheit:

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Das Cockpit ist puristisch und aufgeräumt

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Reifen: Bei den Reifen war ich skeptisch, bin es nach den 133 km Testfahrt immer noch. Mitte März traut man sich noch nicht alles auf der Landstraße. Zum einen ist die Temperatur gerade in schattigen Abschnitten einstellig, zum anderen ist sicher noch nicht der ganze Winterdreck von den Straßen gewaschen. Montiert ist werksseitig ein IRC „Roadwinner“ RX-01. Vorne in 110/70 17 M/C 54S und hinten 140/70 17 M/C 66S. Ich habe es bei guten 1cm Angststreifen hinten belassen. 2000€ SB sind mir einen Test bis an die Grenzen nicht wert.

Positiv fiel mir die Stabilität bei moderater Schräglage auf. Einmal in Schräge behielt der Reifen diese sehr leicht bei. Er wollte sich nicht aufstellen oder noch weiter runter. Das ist mir das erste Mal bei einem Reifen aufgefallen.

 

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Bremsen: Die Bremse war beim ersten Ranrollern an eine Ampel echt schlecht. Kein Gefühl und so richtig zupacken war auch nicht. Aber, ich war ja der erste Fahrer, Scheibe und Beläge müssen sich noch einschleifen. Also habe ich ein paar Bremsübungen gemacht. Mehrfach von 100km/h in den Stillstand. Dabei habe ich gleich das ABS angetestet. Es regelt so wie bei meiner Z1000 (2010), also durchaus große Intervalle mit einem merklich Durchfallen des Bremshebels. Aber es funktionierte. Nachdem die Bremse so langsam eingebremst war, gefiel sie mir gut. Das Gefühl beim Bremsen war zwar immer noch nicht so präzise wie auf einem Supersportler, aber die eine 290mm Scheibe mit den 2 Bremskolben sorgt für ordentliche Verzögerung. Deutlich hörbar war das leichte Surren beim Bremsen. Das kannte ich von Original Kawasaki Belägen bisher nicht.

 

 

Der Spritverbrauch war sehr moderat gewesen. Ich habe auf 133km 6l Super verbraucht. Macht 4,5l auf 100km. Und bei 17l Tankinhalt ist eine theoretische Reichweite von 375km drin.

 

Fazit: Die Z300 hat mir Spaß gemacht. Sicherlich zieht sie mit ihren 39PS nicht die Wurst vom Teller, aber einmal in Schwung lässt sie sich gut durch die Kurven bewegen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Z300 gut für zierliche Frauen geeignet ist, denen die 231kg der Z800 einfach viel zu schwerfällig sind. Wenn es jetzt noch ein Drossel-Kit auf 11 kW geben würde, dann könnte man auch bei den 16-jährigen Punkten. Und optisch braucht man sich mit der Z300 nicht vor den Großen verstecken. Ich habe aber über eine Drossel noch nichts vernommen.

Edit: Stimmt in D darf man mit 16 ja nur max. 125ccm fahren, tja, so wird das nichts mit dem Motorradnachwuchs.

 

Nachdem ich 133km im Nordosten Brandenburgs abgespult hatte, ging es zurück nach Strausberg. Wie schon bei der Z1000 '14 war der Motor jetzt warm (und fast eingefahren  :finger1:  ), also ab auf den Prüfstand. Schauen, ob Kawasaki bei der Leistungsangabe gelogen hat. Aber kein Grund zu meckern, die Z300 drückte 41,7 PS und 26Nm auf die Rolle.

 

 

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Beschleunigung:

 

Durchzug:

 

 

Und noch die Leistungsmessung auf der Rolle: Da mein Gopro-Akku leer war musste ich mit dem Handy noch filmen.

 

Gopro:

 

Handy:


  • marko, Frank, action003 und 9 weitere bedanken sich

#2
Frank

Frank

    Spaßbremse

  • MODERATOR
Klasse Bericht! Deine Berichte sind lesenswert und gut nachvollziehbar. Müsstest mal bei der Motorrad als Gast-Tester anheuern. Dann käme Kawa besser weg. ;)

#3
eaZt rider

eaZt rider

    keine zeit muss arbeiten

Dann starte mal ne Petition. Bin direkt dabei.


Gruß eaZt rider

#4
hinkes

hinkes
  • Mitglied (inaktiv)
  • Beiträge: 28
  • Dabei seit: 14.10.2014
Ein interessanter Bericht.

Liest sich gut, steckt viel Info drin.
Die Frage ist nur ob man den Motor eines nagelneues Motorrad auf den ersten Metern so ausquetschen muss....

Gruß

#5
Yaggo

Yaggo

Ich frage mich für welche Zielgruppe soll die Z300 sein.

Mal abwarten wann ich die erste auf freier Wildbahn sehe.



#6
tralf

tralf
  • Themenersteller
  • berlin streetZ

  • ADMINISTRATOR
Ausgequetscht wurde hier nichts. Der Motor hatte über 100km runter als ich die Beschleunigungstests gemacht habe. Davor wurde er warm gefahren und mit vielen Schaltvorgängen und vielen Lastwechseln gründlich vorbereitet. Mein Händler unterstützt das und meine Z1000 hat 45tkm runter und frisst kein bisschen Öl. So schlimm kanns nicht sein. Aber bitte hier keine weitere Diskussion zum Thema Einfahren. Da scheiden sich die Geister dran und es gibt zig Meinungen dazu und auch genug Threads hier im Forum.
  • tschl und DerZombie bedanken sich

#7
Steppenwolf82

Steppenwolf82

    Der Steppen-Z'ler

Schöner Bericht. Aber klingen tut sich fürchterlich.

Hoffe nur, dass es jetzt nicht wieder so ne Zielgruppendiskussion gibt. Wenns keine Zielgruppe gäbe oder geben wird, kauft es niemand und dann wärs ein Fehlversuch. Deswegen baut Kawa trotzdem tolle Bikes

#8
Frank

Frank

    Spaßbremse

  • MODERATOR

Weil Du schreibst 11kw Drosselkit und ab 16. Da müsste ja dann ein 125cc Motor rein. 

 

Aber es gibt eine Z250SL ,die eine geeignetere Basis ist.

Da ist ein 250cc Einzylinder drin. Die mit einem 125cc Motor wäre die rechte Einstiegsdroge in die Z Familie.

 

http://www.kawasaki....XVEKDg0NUA0MXlo

 

oder in die Ninja Familie

 

http://www.kawasaki....UQ4NDAkNDl5cDlA

 

Bin mir sicher, dass die Kawa Händler nach so etwas flehen.

Die Marke Kawasaki hätte auch das Image bei den Jugendlichen.


bearbeitet von BusDriver, 21.03.2015, 13:06


#9
hinkes

hinkes
  • Mitglied (inaktiv)
  • Beiträge: 28
  • Dabei seit: 14.10.2014

Ausgequetscht wurde hier nichts. Der Motor hatte über 100km runter als ich die Beschleunigungstests gemacht habe. Davor wurde er warm gefahren und mit vielen Schaltvorgängen und vielen Lastwechseln gründlich vorbereitet. Mein Händler unterstützt das und meine Z1000 hat 45tkm runter und frisst kein bisschen Öl


Ok, das kam so nicht rüber, wen dem so ist, dann passt das ja.
Gruß

#10
Zehner

Zehner

    A wahrer Bayer is a 60'er

Super toller Bericht :thumbs_up:

bin sie am WE auch mal gefahren und kann dies voll bestätigen.

 

Nur die Kontrollleuchten sind unabhängig was man an hat und die Sonne steht, sehr schlecht ablesbar. Zumindes ist dies meine Erfahrung gewesen.



#11
Alki

Alki

    Z750 bj.09

super Bericht tralf



#12
XlemonheadX

XlemonheadX

    Kurven-Junkie

Wie schon von dir gewohnt, ein sehr schöner Fahrbericht  :thumbs_up:

Hätte ich zuviel Kohle, dann würde die schon als 3. Moped in der Garage stehen.



#13
MyFrag

MyFrag

    kurvenburner.de

Ich bin das gute Stück am Samstag auch Probegefahren, kann tralf in allen Punkten zustimmen, nur empfand ich die Bremse ziemlich gut. Druckpunkt und ansprechverhalten haben mich positiv überrascht, man könnte fast giftig meinen. Der Motor ist aber wirklich als sehr 125er lastig zu bezeichnen, Fahrwerk und Co könnten hier mehr vertragen! (Bin aber eine andere als tralf gefahren)



#14
tralf

tralf
  • Themenersteller
  • berlin streetZ

  • ADMINISTRATOR

Ich habe ja geschrieben, Bremse war, weil noch neu, recht lasch aber nach ein paar Bremsübungen änderte sich das Richtung ordentlich. Von giftig war meine Bremse aber noch ein gutes Stück entfernt.



#15
Moshpit

Moshpit

    Hëâdbângër

Gefahren bin ich sie noch nicht, aber ich habe mich am Wochenende mal spaßeshalber draufgesetzt und mir die Maschine angesehen. Ich stimme meinen tralf voll und ganz zu. Auf den ersten Blick dachte ich auch, es wäre eine Z800, aber dann sind mir die ganzen kleinen Unterschiede aufgefallen. Vom sitzen her ist sie deutlich schmaler, der Sitz ist ein stück tiefer. Trotzdem wirkte auf mich der Kniewinkel nicht sonderlich eng. Die Sitzposition ist recht angenehm und das Cockpit übersichtlich gestaltet.

 

Zum weiteren Handling kann ich natürlich nichts sagen. Aber allein von der Sitzprobe und dem aufstellen vom Seitenständer her zu urteilen würde ich sie als gutes Einsteigermotorrad oder Frauenmotorrad mit interessanter Optik bezeichnen. 







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