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  • Hinzugefügt am: 17.12.2011, 13:00
  • Aktualisiert: 02.07.2013, 09:54
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Motorteile neu lackieren

Nach einem Umfaller mussten verschiedene Teile des Rahmens neu lackiert werden.

Geschrieben von goOse am17.12.2011, 13:00
Umfaller gehabt?!

Tja, irgendwann erwischte es wohl jeden mal. Leider war ich bereits 3 Tage nach dem Kauf
meiner kleinen an der Reihe. Hierbei wollte ich an einer leicht rechts abschüssigen Stoppstraße
anhalten und beim Fussabsetzen ins leere getreten. Wie ich wieder Boden fand, war die kleine
schon so schräg, das ich sie nur noch sanft ablegen konnte....

Trotzdem gab es natürlich fiese Kratzer an der Motorhilfsstrebe, der Kupplungsglocke und am
Züngdeckel. Aber seht selbst...

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Telefonische Erkundigungen beim Freundlichen ergaben ~800€ für den Austausch der Deckel.
Das war mir natürlich zuviel. Dank verschiedener Tipp's kam ich an die Firma RH-Lacke, welche
wohl die Originallacke herstellen würde. Hierbei handelt es sich um einen 2 Komponentenlack
in welchem bereits der Härter enthalten ist. Daher besitzt der Lack auch ein Verfallsdatum.

In Falle meiner z750 Baujahr 2008 war es der Lack:
01-2869 Motorlack anthrazit matt met.
(01- steht für einen fertig gemischten Lack in einer 250 ml Sprühdose)

Achtung!
Scheinbar haben ABS, EU oder US Modelle trotz gleichem Baujahr unterschiedliche Motorlackfarben. zB kann eine 2008'er mit (wie bei mir) anthrazit matt met ausgeliefert werden, es gibt aber auch schwarz matt! Also unbedingt darauf achten ob es sich um eine ABS, EU oder US Maschine (import/reimport) handelt und ggf. RH darauf hinweisen!

Hier die ganzen Beschädigungen im Detail:
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Ich beschloss nun die Reparatur selbst durchzuführen.
Verwendete Materialen:
  • Schmirgelpapier 320'er, 600'er, (1000'er)
  • Silikonentferner zum reinigen
  • der richtige Lack (RH 2k Lack)
  • Papier zum großflächigen Abkleben
  • Krebband

1. Anschleifen der Beschädigung
Zunächst habe ich mit 320'er Schmirgelpapier genommen und die groben Macken vollständig
raus geschliffen. Danach mit 600'er die Riefen des 320'ers entfernt. Wer mag, kann danach
noch feineres nehmen, habe ich jedoch nicht und musste auch nicht sein. Danach habe ich
alle Bereiche, welche lackiert werden sollten und auch die Übergänge mit Silikonentferner sehr
gründlich gereinigt. Alternativ soll wohl auch Bremsenreiniger gehen, aber dazu habe ich kein
so großes vertrauen. Nach der ganzen Aktion sah es bei mir so aus:

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In meinem speziellen Falle hatte ich noch Crash-Pads von LSL geholt, welche ich leider noch
nicht angebaut hatte. Dies wollte ich bei dieser Gelegenheit nachholen. Zumal die Halter
Aluminiumfarbend waren und zusehr auffielen, bot es sich an diese gleich mit lackieren. Dazu
mussten 2 Schrauben aus der Motorhilfsstreben heraus gedreht werden. Damit der Motor sich
dabei nicht verkanten konnte, stützte ich ihn von unten mit einem Wagenheber leicht ab.




2. Einpacken
Damit wirklich nur das lackiert wird, was auch Farbe abbekommen sollte, hatte ich alle Teile rund
um mein Lackiergut mit Zeitungspapier eingepackt. Zudem wurden alle Schrauben mit Krebband
eingewickelt. Schließlich sollten sie Silbern bleiben. Vorsichtshalber habe ich anschließend
alle Bereiche welche ich angefasst hatte, nochmals mit Silikonentferner behandelt.

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3. Lackieren
Das Lackieren lief ab wie man halt lackiert. Die Hinweise des Herstellers beachten, vor
Gebrauch Schütteln, die Temperatur und Abstand. Woran ich mich allerdings nicht gehalten
habe ist die Grundierung. Eigentlich sollte man alles grundieren, bevor es lackiert wird. Dies
soll verhindern, das der Lack später wieder abplatzen kann. Dabei bildet die Grundierung
eine Verbindung zwischen dem Untergrund und der neuen Lackschicht. Da ich aber die
Oberfläche geschmirgelt hatte, ließ ich dies mal außer Acht. Schließlich konnte der Lack
mit der rauen Oberfläche zu verzahnen. Da vorkommen kann das es gewisse Farbunterschiede
gibt, empfehle ich so zu lackieren, das Ihr nach hinten hin, wo der Motorlack noch OK ist, die
neue Farbe auslaufen lasst. Sprich der Reparaturbereich normal lackieren und zum alten
Bereich nur leicht annebeln. So könnt Ihr bessere Übergänge schaffen, so das der mögliche
Farbunterschiede nicht so stark auffallen.
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Der Lack passte Farblich bereits in feuchten Zustand so gut, das ich beim sprühen kaum
erkennen konnte wo ich grade den neuen Lack auftrug und wo der alte Lack anfing. Dies
konnte ich immer nur am alten matten Lack erkennen.

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Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Lackfarbe passte auch im getrockneten
Zustand sehr gut, so das man überhaupt keinen Unterschied erkennen konnte. Auch jetzt, ca.
12.000km und 1,5 Jahre später kann man nichts erkennen! Insofern kann ich die Lacke von RH
nur empfehlen und kann jedem versichern, das ein Umfaller kein Beinbruch ist und mit ein wenig
handwerklichen Geschick und 1,5 Stunden Zeit behoben werden kann.

Ich hoffe ich konnte helfen!
Grüße
goOse




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Album: Lackreparatur
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