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Tutorial Information

  • Hinzugefügt am: 26.10.2012, 16:13
  • Aktualisiert: 06.04.2013, 13:50
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Gabelumbau von z750'08 auf z1000'11

Eine Anleitung zum Umbau der originalen USB Gabel der z750 ab 2007 auf eine USB Gabel der z1000 ab 2010 inklusive Armaturentausch.

Geschrieben von goOse am26.10.2012, 16:13
Wie der Titel schon sagt, haben wir (Groundone und meine Wenigkeit) die Gabel meiner z750'08 getauscht gegen eine Gabel von einer z1000'11 inklusive der gesamten Armaturen und Bremsanlage. Der Grund hierzu lag einfach darin, das mir die Reaktion der originalen Gabel in bestimmten Fahrsituationen einfach nicht zusagen und stellenweise sogar extrem unangenehm reagierte. Durch die geringen Einstellungsmöglichkeiten der originalen Gabel waren hier auch einfach Grenzen gesetzt. Zudem ist die vordere Bremse der z1000 einfach besser wie die der z750.

Nun gibt es hier schon den einen oder anderen Wechsel auf die ZX6R Gabel, aber hierfür musste man auch die gesamte Gabelbrücke mit Tauschen, wie auch die vordere Felge. Anders bei der Gabel der z1000'11, denn hier hat Kawasaki die selben Maße verwendet wie bei der z750 >'07. Darum war dies hier fast Plug&Play. Jedoch mussten die Gaszüge getauscht werden, wie auch die gesamten Armaturen. Denn diese passten nicht mehr, alleine schon weil die Bremsanlage anders aufgebaut ist.

 

Aber fangen wir an. Neben der Technik ändert sich auch ein wenig die Optik im Endresultat. Wie man später sehen kann wird auch der Fender getauscht, da die Aufnahmen der z750 anders sie wie die der z1000'11.

Zunächst nahmen wir das Vorderrad heraus. Dazu die Achse ziehen und die Bremssättel leicht zur Seite drehen.
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Dann die Maske ab und erstmal alle Stecker ziehen, welche mit der Gabel und den Armaturen verbunden sind.
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Nun die Achse wieder einsetzen. Dies ist notwendig, damit man beide Gabelholme gleichmäßig ohne Verkanten aus dem Klemmungen ziehen kann. Bremsschläuche (ausgehend von der ABS Pumpe zum linken Bremssattel) entfernen, den Klemmbock und die Brücke vorsichtig lösen und die Gabel vorsichtig nach unten raus ziehen.

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Dann das ganze in umgekehrter Reihenfolge zurück bauen und neu befestigen. Die Klemmungen werden im übrigen mir 21 Nm angezogen. Die Gaben sollte oben aus der Gabelbrücke ca. 1 cm rausschauen. Dann hat man zumindest die Vorgaben von Kawasaki erfüllt. Ob dies auch gilt für eine Z1000 Gabel in einer z750 bleibt mal dahin gestellt^^

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Nun kommen wir zu den ersten Problemen und Bastelarbeiten. Denn das ABS-System kann so nicht mehr Arbeiten. Der Grund hierfür liegt darin, das der magnetische Abnahmekranz (die geschlitze Scheibe) nicht mehr den richtigen Abstand zum magnetischen ABS-Sensor hat, wie es sein muss (0,7-0,9 mm) Diese ist bei der z1000 Gabel größer, bzw. die Schlitzscheibe ist bei der originalen z1000 Gabel näher am Sensor. Also müssen wir die Schlitzscheibe von der Felge lösen und Unterlegscheiben unter den Ring legen um Ihn näher an den Sensor zu bekommen.

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In unserem Fall gab es auch hier gleich ein neues Problem - die hochwertigen und super weichen Schrauben von Kawasaki. Gleich die erste Schraube lies sich nicht lösen. Als es endlich doch eine Bewegungen gab, war es leider nur der Inbusschlüssel in der Schraube. Also kloppten wir vorsichtig einen 45'er Torx in die Schraube, mit dessen wir sie dann doch noch abdrehen konnten.

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Wie gesagt, Scheibe ab, Unterlegscheiben (Edelstahl, ca. 1 mm stark) drunter, alles wieder zusammen geschraubt und das Ganze wieder zwischen die Gabel geschraubt. Bei dem ABS hatten wir aber noch ein paar Probleme. Dazu aber erst zum Schluss....!

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Dann die ganze Bremsanlage wieder zusammen gebaut. Hier nochmal ein wichtiger Hinweis. Die Länge der Stahlflex für das ABS, sprich die Leitung von dem linken Bremssattel zum rechten Bremssattel passt von der Länge nicht mehr. Dadurch, das der Fender eine andere Höhe hat, müssen die Leitungen auch länger sein. Ich hab mir hier eine eigene Länge anfertigen lassen, auch mit besonders abgewinkelten Fittigen, damit sie gleich die richtige Ausrichtung haben und verzugfrei zu den Befestigungen laufen. In meinem Fall habe ich eine Länge von 63 cm (von Fittingmitte zu Fittingmitte) und Fittingtyp (Spiegler Bremstechnik) 102 gewählt. Diese Voreinschätzung war auch richtig und hat super gepasst.

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So, da nun die notwendigste Arbeiten an der Gabel abgeschlossen sind, kommen wir zu dem aufwendigsten Teil. Und zwar zu den Armaturen. Wie bereits gesagt, passt die Armaturen der z750 nicht mehr und man muss alles von der z1000 nehmen. Diese Armaturen bestehen aus:
  • Bremspumpe
  • Startknopfarmatur mit Killschalter
  • Gasgriff mit z1000 Gaszügen
Nun könnte man sich fragen warum man nicht die alten Armaturen behält. Schließlich bleibt die Länge der Bremszüge die selbe. Jedoch ist der Aufbau der z1000 Bremspumpe etwas anders wie der einer z750'er. Bei der Originalen wird der Fitting an der Seite angebracht. Bei der z1000 Bremspumpe jedoch an der Unterseite. Somit würden die Gaszüge der originalen Armatur genau gegen den Fitting der Bremspumpe laufen. Die z1000 Armatur ist jedoch zweiteilig. Startarmatur und Gasgriff sind aus zwei separaten Teilen gebaut. Somit kann man in diesem Fall den Gasgriff so ausrichten, das man ohne Probleme an dem Fitting der Bremspumpe vorbei kommt.

Zunächst bringen wir alle Teile an seinen Platz. Meine Pazzos konnte ich natürlich behalten, legendlich ein Adapter (F-88) für die z1000 Premspumpe musste ich wechseln. Solche Teile hält zB unser Lasertom stehts bereit.

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Bei der Befestigung der einzelnen Armaturen muss nun jeder wieder für sich selbst entscheiden, ob er ein Knippzer oder Bohrer ist. Ich hab alles gebohrt um einen guten Halt zu erhalten.

 

Nun kommt aber der richtig ätzende Teil, für welchen man wirklich zu zweit sein sollte. Denn die Gaszüge müssen neu gelegt werden. Hierzu muss die Seitenverkleidungen, die Sitze, die Querstrebe über der Airbox und die linke Motorhilfsstrebe, sowie der Tank entfernt werden. Denn wir müssen die Einspritzanlage ausbauen. Leider sind die Seilzüge so ungünstig verbaut, das man ohne den Ausbau der Einspritzanlage nicht dran kommt.

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Leider habe ich hier nicht sehr viele Bilder gemacht, da wir einfach alle Hände voll zu tun hatten. Aber ich versuche es möglichst gut zu beschreiben.

Ich beschreibe zunächst mal den groben Ablauf. Wir müssen wie gesagt die Einspritzanlage herraus bekommen oder besser gesagt, einen Teil davon um an die Scheibe zu gelangen, in welche die beiden Seilzüge eingehängt sind/werden. Hierzu war der Plan, das wir zunächst die Einspritzanlage von den Gummikupplungen und allen Schläucch trennen, die gesamte Airbox lösen und dann ein Stück nach hinten zum Heck verschieben. der dabei entstehende Platz sollte genügen um sie seitlich ein Stück raus ziehen zu können.

Zunächst also auf beiden Seiten die Airbox lösen. Hierzu musste nur jeweils eine Schraube gelöst werden. Sie befand sich in etwa dort:
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Dann den dicken Schlauch (braun) von der Airbox abziehen, genau so wie die Unterdruckzuleitung an einem T-Stückg (hier leider hinter dem Schlauch verdeckt. Genau wie alle vier Stecker an der Einspritzanlage. Später muss man auf die Reihenvolge dachten. In meinem Fall waren die Stecker aber auch alle Nummeriert.

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Nun alle (insgesamt 8 Stück) Schellen an den Gummikupplungen von der Airbox zur Einspritzanlage bzw. von dieser zum Motor. Auf dem Bild sieht man nur 3. Eine ist verdeckt durch einen Lappen, da wir auch den Benzinschlauch abgezogen hatten und immer wieder Benzin raussippte.

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Besondere Vorsicht bei den grün umkreisten Stecker. Später nicht daran festhalte oder ziehen, die brechen wohl gerne mal ab und dann ist Holland in Not!

Wenn alles lose ist, beginnt man zu zweit vorsichtig die Anlage raus zu wippen. Am besten zieht einer die gesamte Airbox nach hinten und der anderen versucht sie langsam raus zu bekommen. Nicht wundern es ist super eng! Ist sie soweit draußen das man an die Gaszüge kommt, wechselt man diese einfach aus und schiebt das Ganze wieder zurück in Position (wie gesagt, leider keine Bilder, aber auch nicht soooo interessant). Dann alles wieder in die Gummimanschetten drücken (darauf achten das die Gummis nicht umgeknickt sind und sauber um die Ansätze liegen), alle Schläuche, Stecker usw. wieder aufstecken und die Airbox wieder nach vorne Schieben.

Besondere Acht sollte man bei den Gaszügen bzw. die Reihenfolge legen. Es gibt einen Gaszug und einen Rückholer. Also richtig Testen und auch die Länge richtig einstellen. So das die Züge nicht durchhängen, aber auch nicht Stramm sind. Sonst hat man Dauergas!

Alleine die Aktion dauerte bei und ne gute Stunde. Also nicht wundern wenn man etwas länger braucht wie man vielleicht bei der Beschreibung denken würde.

Wie gesagt, alle wieder zusammen bauen, Motorhilfsstrebe, Verkleidung wieder drum und Tank drauf. Fast fertig.

Was immer noch zu machen ist, wäre der Starkknopf/Killschalter. Denn die Maschine startet nun nicht mehr. dies kommt durch die unterschiedliche Steckerbelegung zwischen z1000 und z750. Da wir es so haben wollten, das man nichts an der eigentlichen Maschine verändert, haben wir den Stecker der Startarmatur umgepolt. Ich hab der Einfachheit halber eine Skizze gemacht.

Die Pinne lassen sich beschädigungsfrei heraus ziehen, indem man mit einer Nadel vorne einfach einen kleinen Klipp nach unten schiebt. Auch hier sind 4 Hände von Vorteil.

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Dem aufmerksamen Betrachter fällt vielleicht auf, das es rot/braun 2x gibt. Das ist die Leitung vom Killschalter. Diese wird einfach mittels des Schalters unterbrochen. Daher ist es egal, welche der beiden Leitungen nach oben bzw. nach unten kommt.

 

Ist dies geschehen, muss man nur noch den Fender anbauen, die Maske wieder aufsetzen, die Bremsanlage neu Befüllen und Entlüften. Fertig.

Hier ein paar Bilder von dem fertigen Umbau. Wie man sieht ist der Fender noch silber, aber dieser wird noch schwarz lackiert. Genau so wie noch zwei Verkleidungen der oberen Gabelholme fehlen. Jedoch passen die Standdartmäßig nicht an die z750. Daher muss ich noch eine vernünftige Befestigungen erdenken und umsetzen. Dann gibt es auch die Update mit dem Endresultat.

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Aber wie bereits versprochen. Es gab auch Probleme mit dem ABS Sensor. Dieser wollte trotz Umpolung im Bremssattel der z1000 nicht funktionieren. Die Vermutung lag an einem fehlerhaften Abstand zur Geberscheibe...

Danke an dieser Stelle für den Tipp den Sensor zu zerlegen von Groundone, der hatte schon einmal getestet!

Also habe ich mal den Abstand von der Aufnahme (außen) vom Bremssattel zum ABS Ring gemessen. Dieser beträgt bei mir (dank der Unterlegscheiben hinter dem Ring) genau 27,9 mm. Bei 27,9 mm würde also der Sensor den Ring berühren. 0,7 bis 0,9 mm soll laut Handbuch der Abstand zum Ring betragen.

Steckt man den Sensor des z750 Bremssattels in die dafür vorgesehene Halterung des z1000 Bremssattels, fehlen einem 1,2 mm zum Ring. Die Halteplatte des Sensor der z750 ist 2,0 mm stark.
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Nun habe ich die schwarze Plastikverdickung (die wohl zur Zentrierung dient) an der Halteplatte entlang abgesägt und vorsichtig abgezogen.

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Dann musste die Halteplatte runter. Diese war mit der Verdickung zusammen am Stecker vergossen worden. Kerben in der Halteplatte sollten ein Verdrehen verhindern. Diese habe ich anschließend vom Stecker angeschnitten, so das eine glatte Oberfläche entstand.

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Dann auf Basis des originalen Halters eine modifizierte Version einer Halteplatte auf einem 0,8 mm starken Messingblechs übertragen und schon gleich die Aussparung von 10,0 mm Durchmesser ausgestanzt. Die Öffnung für die Schraube gleich entsprechend gewählt (6,0 mm)...

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Testweise mal zusammen gesetzt. Sprich Halteplatte aufgesteckt, Zentrierstück aufgesteckt usw...

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Und zu guter letzt die Halteplatte schwarz lackiert und alles feste miteinander verklebt... Fertig.

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Fertig und funzt auch :pfeif:
 

Nun mussten Halter her, welche die Befestigung der Gabelcovers erlaubte. Da ich weiterhin die Gabelbrücken der z750'08 verwende, passen natürlich nicht die Halter die im originalen Verwendung fanden. Also habe ich mir erstmal ein Stück Messingflachband genommen, es angeschraubt und solange verdreht und gerichtet bis die Covers an den richtigen Stellen saßen. Mit dem Streifen als Maßeinheit habe ich dann richtige Halter konstruiert und zunächst als Vorbehandlung zum lackieren gesandstrahlt.

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Dann die beiden schwarz lackiert und ans Bike montiert.

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Zu guter letzt die inzwischen schwarz lackierten Covers und den Fender angebracht.

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Und damit war alles fertig und für die nächsten Ausfahrten bereit!
Ich hoffe es hat Euch gefallen und ist dem einen oder anderen eine Hilfe.
goOse
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