Inhalte aufrufen

Rückruf Z900 - Federbeinaufnahme - weitere Infos


Tutorial Information

  • Hinzugefügt am: 24.06.2013, 07:20
  • Aktualisiert: 13.09.2013, 10:47
  • Ansichten: 2357
 


* * * * *
0 Bewertungen

Kellermann R3 in Z1000 (10-13) einbauen

Das Kellermann R3 Blinkermodul (inkl. Alramanlage) ist nicht plug'n'play zu verbauen. Deshalb hier ein Tutorial mit einer möglichen Verkabelung.

Geschrieben von tralf am24.06.2013, 07:20
kellermann r3 z1000 2010-2013 einbauanleitung kellermann zrt00d zrt00e
Vorwort:
Nachdem Kellermann Ende 2012 ein neuartiges Blinkerrelais inkl. Alarmfunktion vorgestellt hat, war mein Interesse geweckt. Leider ließ die Lieferung des eigentlich für ab März erhältlichen Relais auf sich warten. Ende Juni hatte ich es dann in den Händen.


Ursprünglich bin ich von einer (fast) plug'n'play Montage ausgegangen. Als ich dann den ersten Blick auf die R3-Einheit erhaschte, kam die Ernüchterung, gefühlte tausend Kabel.
Eingefügtes Bild

Nun gut, wäre ja nicht das erste Mal, dass ich meine Zett zerlege. Also frisch ans Werk.

Ich habe insgesamt 7h für den Einbau benötigt. Ich musste mir ja alle Anzapfstellen für die Signale suchen. Mit dieser Anleitung sollte der Umbau in 4-5h machbar sein.


Warnung:
Durch den Umfang der Verkabelungsarbeiten muss man wirklich tief in die Eingeweide der Z eingreifen, wer sich schon nicht traut einen Blinker anzubauen, für den ist die R3 absolut nichts.
Technisches Verständnis sollte man auch haben, wobei ich mit dem Tutorial hoffentlich sämtliche Unklarheiten beseitigen kann. Ich beschreibe die Schritte des Einbaus und Einbauorte, grundsätzliche Sachen wie Batterie abklemmen oder wie man einzelne Verkleidungsteile abnimmt werde ich nicht näher erläutern.



Was wird benötigt:
  • Kellermann R3 Einheit; ca. 100€
  • Schrumpfschlauch ungeschrumpft 6-7mm Durchmesser (leider ist der mitgelieferte für manche Kabelquerschnitte zu klein)
  • 2 adriges Kabel, ca. 2m
  • viele Kabelbinder, kleine wie große bzw. lange; ca. 5€
  • prinzipiell ist der Einbau alleine machbar, zum Verlöten braucht man aber immer mindestens eine 3. Hand -> zu zweit arbeiten
Kellermann liefert eigentlich alles mit, was zur Montage nötig ist. Leider liegt der Teufel im Detail. Die R3 Einheit soll für mich hinten im Heck, also in der Nähe des originalen Relais liegen. Dazu sind aber einige der benötigten Kabel zu kurz, so dass diese verlängert werden mussten.
Dann soll man laut Kellermann Kabelquetschverbinder für das Verbinden der Kabel benutzen, die auch beiliegen. Ich persönlich verlöte im KFZ-Bereich lieber alles, das ist mechanisch wesentlich belastbarer. Und dann sind die beigelegten Verbinder nur für max. 1mm² Kabel geeignet, man muss ja bis zu 3 Kabelenden zusammenfügen. Wenn man an Masse und Dauerplus geht, sind die Kabelquerschnitte an der Z größer. Also muss man diese Verbindungen dann eh löten. Also habe ich auf die Quetschverbinder komplett verzichtet.

Lieferumfang
Eingefügtes Bild


Nachdem ich eine Weile den Stromlaufplan der Z studiert habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Signale Masse, Dauerplus und Schaltplus am ABS-Diagnosestecker abzugreifen. Kellermann schreibt für Dauerplus eine Sicherung vor (nicht im Lieferumfang), Schaltplus sowie Dauerplus sind über die ABS-Sicherungsbox abgesichert. Sollte es hier im Betrieb Probleme geben, werde ich den Anschlusswert um 5A anheben. Zur Zeit sind 10A (Schaltplus) und 30A (Dauerplus) verbaut.

Wenn jetzt einer sagt, ist mir zu unsicher, gerade im ABS Bereich, hier eine kleine Rechnung:
Ich setze vorne normale 21W Leuchten und hinten LED-Blinker (ca. 1W) ein. Macht in Summe bei Warnblinkfunktion 44W Belastung. Bei 12V sind das ca. 3,7A Strom. Da das Dauerpluskabel der R3 wesentlich größer ist als das Schaltpluskabel gehe ich davon aus, dass der Strom zum Blinken aus diesem gezogen wird. Somit entnehmen wir Strom aus dem mit 30A gesicherten Kreis. Da sind 3,7A gerade mal 10%. Und wann mache ich eine Vollbremsung mit regelndem ABS und schalte dazu noch den Warnblinker ein? Nie! Denn das ist nicht so einfach, wie ich weiter unter zur Funktion des Warnblinkers beschreibe. Wenn ich nur blinke und bremse sinds gerade mal 1,85A Mehrbelastung. Ich vertraue da mal auf die etwas überdimensionierte Auslegung des ABS-Schaltkreises durch den Kawasaki-Ingenieur.
Viele haben auch vorne die getönten LED-Blinker verbaut, dann kann man die Strombetrachtung völlig ignorieren.


Der ABS-Diagnosestecker liegt hinten im Heck. Um an alle Kabel gut heran zu kommen muss das komplette Heck zerlegt werden. Also Sitze abnehmen, Heckoberteil abschrauben (4 Schrauben), KZ-Halter abschrauben (4 Schrauben) und dann das Heckunterteil (3 Schrauben) entfernen.

Heckverkleidung entfernt, ECU und Relaisbox hängen dann rum. Vorne ist der 6polige ABS-Diagnosestecker zu sehen.
Eingefügtes Bild

Es gibt dort 3 Adern, die die gewünschten Signale liefern.

Masse ist das schwarz/gelbe Kabel (ist 2x im Stecker), dieses wird mit schwarz (großer Querschnitt) der R3 verbunden.
Dauerplus ist das rote Kabel, dieses wird mit rot (großer Querschnitt) der R3 verbunden.
Schaltplus ist das gelbe Kabel, dieses wird mit rot (kleinerer Querschnitt, einzeln) der R3 verbunden

Hier gab es schon ein Problem, denn die Kabelquerschnitte sind zu groß für die mitgelieferten Schrumpfschläuche, ich habe also größere gekauft.

Hier sind die ersten 3 Kabel im Diagnosestecker eingelötet
Eingefügtes Bild


Verkabelung Hupe
Der nächste Schritt in der Anleitung ist das Verkabeln mit der Hupe. Hier gibt es eine Abweichung der R3 mit der Anleitung. In der Anleitung wird als Hupe +12V Kabel rot/weiß genannt es ist aber ein grau/weißes Kabel an der R3.

Die Hupe der Z ist vorne angebaut, es gibt kein Kabel, was hinten gut erreichbar ist, also müssen die beiden Hupenkabel der R3 verlängert werden. Ca. 1m 2-adriges Kabel reicht locker aus.

Die Hupe hat 2 Kabel im Z Kabelbaum. Beide sind schwarz, eines hat gelbe Ringe alle 5cm das andere 2 graue im selben Intervall, da also genau hinschauen. Das schwarz/graue führt Schaltplus, das schwarz/gelbe hat kein Potential, erst bei Hupenschalterbetätigung wird Masse angelegt und somit der Stromkreis geschlossen.
Ich habe ein Lautsprecherkabel als Verlängerung benutzt.

Das schwarz/weiße Kabel der R3 wird mit dem schwarz/gelben der Hupe verbunden (parallel abgegriffen).
Bei der Plusleitung gibt es eine Besonderheit. Die mitgelieferte Diode wird mit dem Ring in Richtung Hupe in das schwarz/graue Kabel der Z gesetzt. Erst danach kommt der Abgriff zum grau/weißem Kabel der R3 (auf dem Bild durch meine Verlängerung als rotes Kabel)
Eingefügtes Bild



Verkabelung Blinker

Die beiden grauen Kabel (großer Querschnitt) der R3 sind die Ansteuerung der Blinker, je links und rechts. Damit man die Verkabelung versteht, erkläre ich kurz wie der Blinkerschaltkreis der Z aufgebaut ist.

Vom Zündschloss geht das Schaltplus ins Blinkerrelais, dort wird die dauerhafte +12V Spannung ins Blinkintervall zerhackt. Das gepulste Signal geht über das orange Kabel vom Heck zur linken Schaltarmatur am Lenker. Je nachdem wie der Blinkschalter jetzt steht, wird das Blinksignal auf den linken (graues Kabel) oder rechten (grünes Kabel) Blinkerschaltkreis gegeben. Es gibt also im Kabelbaum eine Y-Verteilung, die das Kabel vom Blinkschalter auf den jeweiligen vorderen und hinteren Blinker verteilt. Es kann also immer nur eine Blinkerseite aktiv sein. Deshalb ist es auch nicht möglich ohne Anpassungen eine Warnblinkanlage (entsprechendes Relais und Schalterarmatur nötig) zu verbauen.

Die R3 funktioniert nun folgendermaßen: Das originale Blinkrelais wird kurzgeschlossen, d.h. zur Blinkarmatur wird jetzt das Schaltplus geleitet, ohne Blinkimpulse. Durch die 2 grauen Kabel (kleiner Querschnitt) der R3 werden jetzt die Blinkerkabel (grau und grün) angezapft. Die R3 erkennt, auf welcher Seite geblinkt werden soll, da liegt ja dann 12V an. Sie schaltet die entsprechenden grauen Kabel (großer Querschnitt) mit dem Blinkstrom und sorgt für das Blinken der jeweiligen Seite.

Wichtig: Der Z-Kabelbaum muss also dahingehend verändert werden, dass das Signal vom Blinkschalter nicht mehr die Blinker selbst ansteuern kann. Es muss als vor der Y-Verteilung im Kabelbaum aufgetrennt werden. Aus einem Telefonat mit einem anderen R3-Einbauer weiß ich, dass die R3 einen Fehler hier nicht unbeschadet übersteht. Die Auftrennung MUSS zwingend erfolgen (wird weiter unten beschrieben).
Die grauen Kabel (großer Querschnitt) werden jetzt hinten in die Blinkerkabel (grünes Kabel mit silbernen Strichen und graues Kabel mit braunen Strichen) eingelötet. Schwarz-Gelb ist Masse an den Blinkern. Damit ist die Ansteuerung der beiden Blinker pro Seite sicher gestellt.

Ich habe die grauen, dicken Kabel der R3 hinten an den Blinker-Steckverbindern parallel eingelötet.
Eingefügtes Bild

Eingefügtes Bild


Um die Y-Verteilung aufzutrennen habe ich eine gute Stelle gefunden. Unter der linken Kühlerverkleidung befinden sich alle Steckverbinder, die die Maske vom Kabelbaum trennen. Dort kommt auch das grüne und graue Kabel vom Blinkschalter an. Es befindet sich in so einer Gummitülle, die man abziehen kann. Da sind dann 3 Steckerbinder drunter verborgen. Der schwarze 9-polige Stecker (nur 6 Kabel drin) ist der, wo man ran muss.


Bild zeigt die 3 Steckerverbinder und die Gummitülle weiter hinten. Mittig im Vordergrund ist der 9-polige Stecker.
Eingefügtes Bild

Das grüne und graue Kabel habe ich direkt hinter dem Stecker (schwarz, 9-polig) kabelbaumseitig aufgetrennt. Die Enden in Richtung Kabelbaum (was zu den Blinkern geht) bleiben jetzt unbelegt/frei, dementsprechend habe ich diese mit Isoband und Schrumpfschlauch isoliert. An die beiden Kabel, die aus dem Stecker kommen werden jetzt die beiden dünnen, grauen Kabel der R3 angelötet.

Wichtig: Aufpassen, erst provisorisch zusammentüdeln, denn hier entscheidet sich, welche Blinkerschalterposition welche Blinkerseite schaltet. Sollte das nicht übereinstimmen, muss man die dünnen, grauen Kabel der R3 vertauschen.
Ich musste zusätzlich diese Kabel noch verlängern, dass ich von der R3 bis vorne zum Kühler komme.

Das Bild zeigt die beiden aufgetrennten Blinkerkabel, das Ende zum Kabelbaum ist schon isoliert.
Eingefügtes Bild

Hier ist meine provisorische Verkabelung mit den dünnen, grauen Kabeln.
Eingefügtes Bild

Blinkermodus umstellen

Die R3 unterstützt Blinkerschalter (wie bei der Z), als auch Blinkertaster (das ist wenn man jeweils links und rechts an der Lenkerarmatur nur einen Taster drücken muss zum Blinken)
Standardmäßig ist der Blinkertaster-Modus einprogrammiert, so dass man vor einem Funktionstest erst einmal den Modus umprogrammieren muss.

Um zu sehen, in welchem Betriebszustand sich die R3 befindet, sollte man die im Lieferumfang enthaltene Kontrollleuchte provisorisch anschließen. Blaues Kabel der R3 auf rotes Kabel der LED, schwarzes Kabel der R3 auf blaues Kabel der LED. Diese hat einen integrierten Vorwiderstand, so dass man sie direkt anschließen kann. Der Kontroll-LED Ausgang der R3 liefert 12V, also Vorsicht wenn andere Elektronik hinterher geschaltet wird.


Rechts oben sieht man die angeschlossene Kontroll-LED
Eingefügtes Bild


Die Umprogrammierung ist simpel. Man schaltet die Zündung ein und jetzt nimmt man beide dünnen grauen Kabel und hält sie an +12V für mindestens 5 Sekunden. Die Kontrollleuchte blinkt jetzt 3x langsam. Danach ist die R3 im Blinkerschalter-Modus.
Jetzt die grauen Kabel wieder mit den Kabeln der Blinkerarmatur verbinden und testen, ob die richtige Seite der Blinker blinkt. Falls ja, kann man die grauen Kabel fest verlöten. Falls nein, Kabel vertauschen und dann verlöten.

Hier ist die fertig verkabelte Trennstelle unter der Kühlerverkleidung links zu sehen
Eingefügtes Bild


Das originale Blinkrelais (besser das alte, da bereits ein lastunabhängiges aus dem Zubehör verbaut war) kann entfernt werden. Testweise habe ich die beiden Kabelschuhe gebrückt. Später habe ich die Kabelschuhe entfernt und die Enden verlötet und eingeschrumpft.
Eingefügtes Bild

Wenn man keine andere Kontrollleuchte für die R3 verwenden kann, so kann man sich die mitgelieferte LED vorne irgendwo ins Cockpit bauen und verkabeln. Ich habe durch meinen Kettenöler eine andere Variante gewählt (siehe weiter unten). Man kann diese LED theoretisch auch weglassen, das beeinflusst die Funktion der R3 nicht, aber es fehlen Information zum Zustand und die Blinkererinnerung ist dann nicht nutzbar.


Test

Die Verkabelung ist soweit abgeschlossen und es kann getestet werden.

1. Komfortblinken: Dazu den Blinkschalter nach links oder rechts drücken und sofort wieder ausschalten. Der Blinker blinkt jetzt noch 5 mal nach.

2. Warnblinker: Sehr schnell l-r-l oder r-l-r blinken. Jetzt gehen beide Blinkerseiten an. Das funktioniert bei mir recht schwer, man muss sich die Abfolge und deren Eigenheiten genau anschauen. Da ist Training gefragt. Man muss den Blinkschalter nach dem 3. Blinkvorgang von Hand in die Mittelposition bewegen, ohne drauf zu drücken. Lässt man es nur los ist es zu langsam und der Blinker geht einseitig an. Jetzt erst wieder den Blinker ausschalten bevor ein neuer Versuch gestartet wird. Der Warnblinker lässt sich nur aus dem "Blinker aus" Modus aktivieren. Aber wie gesagt ich übe noch und ich werde besser, siehe Video.

3. Alarmanlage: 2x die Zündung kurz an und wieder aus machen. Dann ertönt ein kurzes Hupen und es leuchten alle Blinker sowie die Kontrollleuchte einmal auf. Die Alarmanlage wird jetzt aktiviert und es dauert 10s bis sie scharf ist (sich eingemessen hat). Das wird durch ein langes Leuchten der Kontrollleuchte angezeigt. Wenn man jetzt am Mopped rüttelt geht der Alarm los. Hupen und Warnblinker für 30s, danach ist sie gleich wieder scharf und würde weiter Lärm machen, wenn man nicht aufhört dran rumzufingern. Der Alarm sowie die Scharfschaltung wird durch Zündung anschalten deaktiviert.

4. Blinkererinnerung: Wenn man den Blinker ein paar Sekunden an lässt, blinkt die Kontrollleuchte in regelmäßigen Abständen mehrfach auf und erinnert daran, dass der Blinker noch an ist.


Optional:

Ich habe einen Kettenöler verbaut, welcher eine Anzeige im Cockpit hat. Da ich nur 2 von den 3 LEDs dieser Anzeige für den Öler benutze, habe ich die 3. LED mit dem Kontrollsignal der R3 verbunden. Die Kontrollleuchte von Kellermann ist bereits mit einem Vorwiderstand versehen, so dass man sie einfach anklemmen kann. Für meine Anzeige musste ich den Vorwiderstand (abhängig von der LED, bei mir 160 Ohm) noch extra ins Kabel mit reinschleifen.

Die mittlere gelbe LED zeigt jetzt den Betriebszustand der R3 an. (z.B. blinkt mit den Blinkern bei Warnblinker an oder blinkt kurz in langen Intervallen wenn der Alarm scharf ist, wie die Wegfahrsperren-Anzeige der Z für die ersten 24h, fängt alle 30 Sekunden schnell an zu blinken, wenn der Blinker vergessen wurde auszuschalten (Blinkererinnerung))
Eingefügtes Bild


Jetzt muss natürlich wieder alles ordentlich verlegt und zusammengebaut werden.

Das wars dann auch schon ;-)


Hier liegen die Videos:
http://www.z1000-for...-5#entry1296089
  • marko, Kami One, goOse und 3 weitere bedanken sich