Inhalte aufrufen

Rückruf Z900 - Federbeinaufnahme - weitere Infos


Tutorial Information

  • Hinzugefügt am: 16.07.2013, 21:32
  • Aktualisiert: 17.07.2013, 11:31
  • Ansichten: 1503
 


* * * * *
2 Bewertungen

z800 Rücklicht für z750 07-12

Der Versuch ein Rücklicht im z800 Design für die z750 07-12 zu basteln.

Geschrieben von goOse am16.07.2013, 21:32
z800 Rücklicht für die z750 07-12



Vorwort
Auf der Intermot 2012 hatte ich die z800 mit seinen neuen Designelementen gesehen. Darunter fand ich besondern interessant das z800 Rücklicht mit den beiden (gegenläufigen) Doppel "Z". Sowas wollte ich auch haben, konnte man aber nicht kaufen. Also musste die Denkfabrik wieder herhalten. Ursprünglich habe ich ein anderes Rücklicht gebaut, aber da der Wunsch im Freundeskreis aufkam, das ich Ihnen auch eines umbauen sollte, musste eine einfacherer und billigere Version her. Dieses Tutorial beschreibt die Arbeitsweise und die groben einzelnen Schritt des Umbau's.



Video: z800 Intermot 2012
(Min. 0:41-0:50)


Materialliste:
  • 1x getöntes Zubehörrücklicht (am besten ohne integrierte Blinker)
  • 36x 5mm LEDs, rot
  • 8x 270 Ohm 1w Vorwiderstände
  • 3x 330 Ohm 1w Vorwiderstände
  • 1x 82 Ohm 1w Vorwiderstand
  • Kabel
  • Lötkolben
  • Schraubenzieher (Schlitz & Kreuz)
  • Tiefziehkiste
  • 1,5mm Vivak Tiefziehfolie (zum Tiefziehen)
  • 12v stabilisiertes Netzteil (zum Testen)
  • schwarzen Klebeband, bzw. schwarze Klebefolie (für die Schablone)

Bei den Vorwiderständen muss man eigentlich keine nehmen die 1 Watt aushalten. Da man aber mal hier nur welche braucht die 1/4w aushalten müssen und da mal welche die 1/2w vertragen müssen, hab ich mich einmal mit allen gängigen Ohmen ausgestattet und alles auf 1 Watt ausgelegt. Somit muss ich nicht ständig suchen und schauen das die vorhanden auch genügend abkönnen. Der Aufpreis zwischen 1/4, 1/2 oder 1 Watte ist für meine Zwecke bzw. Abnahmemengen minimal.


Vorbereitungen
Also erstes muss das getönte Rücklicht aufgebrochen werden. Leider ist es hier nicht so wie bei den Scheinwerfern, das sie mit hitzelöslichen Kleber zusammen gesetzt sind. Hier muss man also leider mit etwas Gewalt ran gehen. Dazu nimmt man sich einen großen Schlitzschreibenzieher und versucht ganz sachte, Stück für Stück das getönte Glas von dem schwarzen Kunststoffgehäuse zu lösen. Dabei versucht man das Glas nur soweit zu bewegen, das man sieht das der Kleber weiss wird. Damit hat man die Verbindung an der Stelle schon gelöst. Das ganze macht man solange, bis man einmal rund herum gehebelt hat und man das Glas sich abnehmen lässt.


Insgesamt habe ich das nun 3x gemacht, wobei der erste Versuch sehr unglücklich gebrochen ist. Nur mit Glück verlief der Bruch so, das man es im eingebauten Zustand nicht mehr sehen konnte. Also Vorsicht! Lieber langsam und Zeit lassen wie neu kaufen...


Wenn man es dann endlich auseinander hat, bekommt man diese Ansicht
Eingefügtes Bild



Das Inlay anfertigen
Wie gesagt, handelt es sich hier um die einfache Version des Rücklichtes. Hier war mein Ziel, das ich ein transparentes Inlay fertige, welches sauber innen anliegen und schwarz beklebt werden sollte. Nur die Bereiche die später zu sehen sein sollten, wollte ich frei lassen. Zu diesem Zweck habe ich zunächst erst einmal das gelöste Glas des Rücklichtes vermessen und in einem Grafikprogramm eine 1:1 Zeichnung der Abmessungen gemacht. In diesen "Rahmen" konnte ich dann die Zetts Zeichnen und solange anpassen bis sie die gewünschten Abmessungen hatten. Anschließend schnitt ich die Form aus um eine Anritzform zu erhalten.

Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild


Aber da kommen wir auch schon zu einem Problem. Das eigentliche Inlay/Schablone. Denn das Glas des Rücklichtes hat einen eingebauten Diffusor der das LED-Licht verstreuen soll. Unterschiedliche Abstände der LEDs zum Glas oder zum Inlay (besonders wenn man noch einen zusätzlichen Diffusor verwenden will) erzeugen sehr unterschiedliche Beleuchtungseffekte im Rücklicht selbst.

Eingefügtes Bild

Daher muss das Inlay super sauber und gleichmäßig am Innenglas anliegen. Jedoch bekommt man das mit Biegen und Klemmen nicht so sauber hin. Insofern musste ich einen Umweg gehen...

Das Tiefziehen
Das Tiefziehen im Heimgebrauch ist eigentlich recht einfach, auch wenn es ein wenig Vorbereitung und Erfahrung verlangt. Auch muss man genau wissen was man noch ohne Weiteres gezogen bekommt und was nicht. Im Detail funktioniert es so, das man eine spezielle, hoch transparente Folie (von 0,75mm bis 2,5 mm erhältlich) auf ca. 165°C erhitzt und über das abzuformende Objekt zieht. Dabei wird das recht harte Vivak weich und kleberig wie Frischhaltefolie. Aber damit es sich sauber und knitterfrei anlegt, muss man die Luft zwischen Objekt und Folie entziehen und ein Vakuum erzeugen. Das macht man mit der besagten Tiefziehkiste.

Um nicht Ellen lange Erklärungen zu tippen, habe ich ein Video hochgeladen mit einem anderen Tiefziehversuch. Schaut selber:


Video: Tiefziehen mit Vivak

Solltet Ihr eine Tiefziehkiste selber bauen wollen:
Vorsicht bei der Materialwahl. So nen gemeiner Saubsauger entwickelt eine ungeheure Kraft. Die erste Version meiner Kiste ist beim ersten Versuch inplodiert!! Man sollte schon min. 12mm starke Bretter nehmen und auch den Boden mit der Deckelplatte mittels eines Stegs im inneren verbinden.


Wie gesagt, ich benötigte ein Inlay welches sauber anlag. Also hab ich mir das Glas genommen und von Außen abgeformt. Jeder wird sich fragen, warum ich nicht gleich die Folie über die Innenseite gezogen habe - aber so schlau war ich auch. Nur leider kommen die Kanten nicht sauber innen raus, also musste ich die Folie über die Außenseite ziehen und mein Inlay anschließend ausschneiden.
Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild

Nachdem ich das Inlay ausgeschnitten hatte, beklebte ich es mit schwarzen Isolierband (besser wäre schwarze Folie gewesen, aber die Not macht bekanntlich erfinderisch^^) und klebte meine Papierschablone auf, dessen Form ich dann auf die schwarze Folie übertrug. Alle Überstände rausfummeln und schon war es quasi fertig.

Eingefügtes Bild


Soweit so gut, aber das Rücklicht musste noch mit weiteren LEDs bestückt werden...

Die Elektronik des Rücklichtes
Wie bereits gesagt, sind in dem normalen Rücklicht nur 30 LEDs verbaut. Diese reichen nicht aus um ein gleichmäßiges Ausleuchten aller Kanten und Konturen der Zetts zu gewährleisten. Also müssen da viel mehr rein. Insgesamt 36 zusätzliches.

Eingefügtes Bild

Wie man sehen kann, ist das Zubehörrücklicht vorbereitet für integrierte Blinker. Diese haben eigentlich eigene Schaltkreise. In meinem Fall habe ich einfach an die Stellen wo eigentlich die gelben LEDs eingelötet wären, meine eigenen LEDs eingebaut und entsprechender Stelle auch die Passenden 270 Ohm Vorwiderstände eingelötet. Somit kam ich schon einmal auf 60 LEDs mit einem wesentlich besseren Lichtbild.

Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild

Zudem müssen die eigentlich getrennten Schaltkreise verbunden werden. Standardmäßig war es auf den Platinen immer so gelöst, das ein Dauerplus anlag und man nur die beiden getrennten Minuspole verbinden musste um alle gleichzeitig zum Leuchten zu bringen.

ABER (mal wieder) verbrannte die doppelte Anzahl der LEDs auch mehr Spannung, wodurch die gewollte Spannung von 2,0v bei 25mA je LED auf 1,8v und 13mA absank. Somit war es insgesamt nur halb so hell wie sonst. Insofern musste noch ein Vorwiderstand auf der Hauptplatine gewechselt werden. Ich wusste eigentlich nicht wieviel schwächer er sein musste, aber bei doppelter Anzahl der LEDs erschien mir knapp die Hälfte als Vorwiderstand am sinnvollsten. Also habe ich den 150 Ohm Vorwiderstand gegen einen 82 Ohm getauscht. Und siehe da. 2,05V bei 25 mA. Perfekt. Auch hier hatte ich Glück das ich immer Vorwiderstände mit mehr Leistung als nur den üblichen 0,33w gekauft hatte.

RB (braun,grün,braun, gold 150Ohm +/-5% Toleranz) muss getauscht werden.
Eingefügtes Bild

Eingefügtes Bild

Hier mal ein Vergleich zwischen der 30 LED Variante und der 60'er:

Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild

Wie man sehen kann, ist die Ausleuchtung schon um einiges Besser. Jedoch gibt es immer noch je Seite 3 Stellen die etwas dunkel sind (auf den Bildern immer extremer wie real). An diese Stellen kamen dann die weiteren 6 LEDs, welche jeweils in Zweiterpaaren zusammen an die jeweilgen Stellen gelötet wurden.

Aber ich wollte es noch ein wenig mehr Diffusor...
Also habe ich mir Plexiglas-Rillenplatten besorgt und ein Inlay in Forum des :D Inlays ausgesägt.

Eingefügtes Bild

Damit es gut anlag, habe ich es auf ~180°C im Backofen erhitzt und dann in das Rücklicht gelegt (gepresset mit einem Handtuch).

Eingefügtes Bild

Der direkte Vergleich gegen das Licht zeigt den Unterschied deutlich:

Ohne zusätzlichen Diffusor
Eingefügtes Bild

Mit zusätzlichen Diffusor:
Eingefügtes Bild

Als Zwischenversuch hatte ich die Rillenplatte mal mattierte um dessen Wirkung zu testen. Leider habe ich vor dem Mattieren versäumt ein Bild zu machen.
Daher kann ich leider erstmal nur das Bild liefern mit der mattierten Version...

Eingefügtes Bild

Dennoch gefiel mir letztendlich doch die klare Version besser, welche ich dann auch letztendlich in der Endversion verbauten. Sie hatte mehr diese "Kristallklare" Optik die ich haben wollte.

Wenn ich etwas Zeit finde, dann mache ich mal ein paar Bilder bei Sonnenschein um dieses Tutorial gebührend zu beenden.
Trotzdem hoffe ich das es einigermaßen verständlich und informativ war.

In diesem Sinne, viel Spass beim Basteln!
  • marko, tralf, Discostue und 15 weitere bedanken sich