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Tutorial Information

  • Hinzugefügt am: 12.10.2013, 20:28
  • Aktualisiert: 14.10.2013, 12:05
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[Belichtungstechnik] - „Lichtschwert“

Im Rahmen des Kalenderwettbewerbs erhalten wir immer mehr durchaus professionell wirkende Fotos und viele Fragen sich wie solche doch sehr aufwendig wirkende Fotos entstehen. Mit diesem Tutorial möchte ich eine der vielen Methoden vorstellen, die jeder nachmachen kann.

Geschrieben von goOse am12.10.2013, 20:28

Behind the scene
[Belichtungstechnik] - Beleuchten mit dem „Lichtschwert“

Vorwort
Im Rahmen des Kalenderwettbewerbs erhalten wir immer mehr durchaus professionell wirkende Fotos und viele Fragen sich wie solche doch sehr aufwendig wirkende Fotos entstehen. Mit diesem Tutorial möchte ich eine der vielen Methoden vorstellen, die jeder nachmachen kann.

Es gibt nun eine Vielzahl von Techniken um ein Objekt kunstvoll in Szene zu setzen. Zum einen kann man mit einer Vielzahl von Softboxen, Blitzschirmen, Striplights und mobilen Blitzen (Aufsteckblitzen) machen. Oder Einzelaufnahmen erstellen und diese mühevoll zu einem Bild zusammen setzen. Diese Techniken liefern mit der entsprechenden Erfahrung hervorragende, reproduzierbare Ergebnisse - sind aber auch finanziell sehr aufwendig und für den Hobbyfotografen eher uninteressant.

Ich möchte mit diesem Tutorial eine wesentlich einfachere Technik vorstellen die quasi jeder mit sehr einfachen Mitteln nachmachen kann.

Ausrüstung

 

Das Grundprinzip
Was wir in dem folgenden Tutorial durchspielen ist eigentlich nichts anderes wie „Lightpainting“. Das haben wir alle schon einmal gesehen. Meist machen die Leute Langzeitbelichtungen und richten alle möglichen Lichtquellen auf die Kamera und malen damit Zahlen, Figuren oder Schriftzüge in die Luft. Die Kamera sieht über die gesamte Aufnahmezeit das selbe Bild und stellt die Wege, welche man mit der Lichtquelle zurück gelegt hat, als Leuchtspuren - sogenannte Lightrails dar. Alles was nicht genügend Licht zum Objektiv (Sensor) der Kamera zurück strahlt, bleibt für die Kamera unsichtbar bzw. schwarz. Das bedeutet auch, das man durch das Bild laufen kann, ohne das man später auf dem Bild zusehen sein wird. Dies ist natürlich abhängig davon, wie hell bzw. wie dunkel die Umgebung ist und wie stark die umgebenen Lichtquellen sind.

In unserem Fall machen wir eigentlich das selbe wie Lightpainting, aber mit dem Unterschied, das wir das Licht nicht zur Kamera richten, sondern auf das Motorrad. Die Lichtquelle selbst ist so abgeschirmt, dass kein Streulicht von Ihr zur Kamera gelangt – im Grunde nur die Reflexionen der Lichtquelle auf unserem Bike. Vereinfacht erklärt, sieht die Kamera in der Belichtungsdauer dann all das, was wir mit der Lichtquelle angeleuchtet haben!

Das einzige was wir bedenken müssen ist, das wir mit der Lichtquelle vor dem Bike hergehen und die Reflexion der Lichtquelle die zur Kamera gelangen mit unserem Körper abdecken. Dies bedeutet, wir müssen stetig in Bewegung bleiben und dürfen nicht stehen bleiben. Denn nicht nur das Bike wird angeleuchtet durch die Lichtquelle - nein, auch wir. Bleiben wir an einer Stelle zulange stehen (1-2 Sekunden), wird man die beleuchteten Teile des Körpers auf dem Bild später sehen.

Was ich Euch heute vorstellen möchte ist meine Methode, eindrucksvolle Bilder mittels einem „Lichtschwert“ und einer Langzeitbelichtungen zu erstellen. Hierbei gehe ich grob umrissen so vor, das ich zB das Motorrad positioniere, die Kamera mit dem Stativ so aufstelle das mir der Bildausschnitt zusagt und manuell den Fokus, ISO, Blende und Belichtungszeit einmalig einstelle.

Sobald dies geschehen ist, wird ab dann nichts mehr an der Kamera oder am Bike verändert. Ziel ist es, das wir eine Vielzahl von Bildern machen können die gleich von der Belichtung und völlig deckungsgleich sind. Dies benötigen wir später für evtl. Nachbearbeitung in einem Grafikprogramm.

Die Kameraeinstellungen
Ich persönlich setze die Belichtungsdauer immer auf 15-30 Sekunden. Nicht weil es unbedingt notwendig wäre, sondern einfach, weil man dann stressfreier durchs Bild laufen kann ohne mitzählen zu müssen wann die Belichtungsdauer zu ende ist. Das ISO belasse ich meist auf 100. Mehr braucht man nicht und das Bildrauschen wird recht gering bleiben. Die Blende stelle ich anfänglich ohne extra Beleuchtung des Bikes so ein, das der Hintergrund einigermaßen richtig Belichtet wird. Im Normalfall liegt ich dann bei f/8 bis f/11. Diese hohe Einstellung hat auch den Vorteil, das der Bereich der auf dem Bild letztendlich scharf dargestellt wird, recht groß ist. Das bedeutet, das Bike ist von vorne bis hinten scharf. (Abhängig von der Brennweite des Objektives und der Entfernung zum Bike). Dazu stelle ich noch den Selbstauslöser auf 2-10 Sekunden. Eine Fernauslöser ist praktisch, aber nicht unbedingt von Nöten.

Das eigentliche Fotografieren
Wir fangen nun an, einfach ein paar Aufnahmen zu machen. Den Auslöser Drücken, und während der Timer läuft mit dem Lichtwert zum Bike. Wenn der Spiegel der Kamera umklappt, schalten wir das Lichtschwert ein. Da ich mittlerweile ein wenig Übung damit habe, mache ich eigentlich immer nur 3-4 Versuche je Szene bis ich die gewünschten Ergebnisse im Kasten habe. Ich empfehle Euch nicht an Aufnahmen zu sparen und gerne 10 Stück zu machen. Meist sieht man wichtige Details erst zuhause am Rechner und ärgert sich nicht noch mehr Bilder gemacht zu haben. Bei den Versuchen variiert Ihr mit dem Abstand zum Bike mit dem Lichtschwert. Bei der aller ersten Aufnahme mache ich es immer so, das ich das Lichtschwert einfach ca. 50 cm entfernt vom Bike in Hüfthöhe halte und einmal von vorne bis hinten dran vorbei laufe. Danach schalte ich das Lichtschwert wieder aus und gehe zu Kamera zurück. Beim ersten Bild sieht man dann ob die Belichtung ok oder zu hell bzw. zu dunkel ist. Ist sie zu hell, beleuchte ich das Bike weniger (größerer Abstand, schneller am Bike entlang bewegen) oder bei zu dunkel, näher ran und langsamer bewegen.

gallery_6154_1802_41790.jpg

Auch sieht man an der ersten richtig belichteten Aufnahme, welche Teile des Bikes mehr oder weniger Licht gebrauchen könnten. Diee bedeutet zB. das man einmal am Bike entlang geht, die Lichtquelle ausschaltet, über dem Bike positioniert und wieder einschaltet. So das auch Licht von oben kommt und Bereiche des Tanks, der Sitze oder andere Teile intensiver beleuchtet werden, welche für euren Geschmack stärker betont werden sollen. Das versucht man bei den folgenden Aufnahmen immer wieder bis man das insgesamt gewünschte Ergebnis erhält.

Wie Ihr sehen konntet, ist das eine sehr einfach und effektive Technik, verhältnismäßig gute Bilder mit geringen Aufwand zu erstellen.
Hier noch mal der Vergleich zwischen einem herkömmlichen Foto, das einfach fotografiert wurde mit einem Blitz und dem Ergebnis aus diesem Tutorial. Der Unterschied ist deutlich :mrgreen:

Deckenlicht mit Blitz von der Seite
gallery_6154_1802_145817.jpg

Mit der Lichtschwert-Technik
9778246294_712f5d3fcf_b.jpg

Oder auch dieses am selben Ort, nur das Bike etwas anders gedreht
9778308576_3ee960274c_b.jpg


Wenn die Bilder noch nicht sooo das Ergebnis gebracht haben, welchen man letztendlich erzielen wollte, oder Du nicht in der Lage warst in einer einzigen Aufnahme alle Bereiche so zu beleuchten wie es eigentlich gewünscht war - kommt wieder der Grund zu tragen, warum die Bilder deckungsgleich sein sollten. Aber das und die Möglichkeiten der Nachbearbeitung erkläre ich in einem anderen Tutorial.

Viel Spass und Erfolg!

p.s. Hier mal ein Link zu Flickr. Alle Farzeugbilder habe ich mit dieser Technik geschossen:
http://www.flickr.co...nsemarsch/sets/

  • marko und RSMRB bedanken sich