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  • Hinzugefügt am: 12.10.2013, 23:00
  • Aktualisiert: 14.10.2013, 15:50
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[Bauanleitung] - „Lichtschwert“ (4xCCFL)

Um diese großartigen Werbefotos in den Hochglanzmagazinen zu erstellen, welche uns tagtäglich anlachen, wird in der Werbefotografie unglaublich großer Aufwand betrieben. Zum einen werden für jedes Gesamtkunstwerk dutzende von Einzellaufnahmen gemacht, mit meist Equipment dessen Preise uns die Tränen in die Augen treiben – zum anderen wird im Nachhinein extrem viel Zeit in aufwendige Nachbearbeitung investiert. Dennoch würde gerne jeder mal ein schönes Foto von seinem Bike oder seinem Auto machen, auf welches man stolz sein kann. Mit dieser Bauanleitung möchte ich Euch eine kostengünstige Alternative zeigen, mit der man schon mit geringen Aufwand – ähnliche Ergebnisse erzielen kann. Die Leute mit denen wir die ersten Versuche mit dem Teil gemacht habe, tauften es nach einigen Alberein „Lichtschwert“. Insgesamt habe ich mittlerweile 3 verschiedene Lichtschwerter. Einmal das erste, welches hier beschrieben wird mit 4 CCFLs. Dann eines mit 8 CCFLs und mein neustes (heute erst zusammen gebaut^^) mit einer 1,5m 230v 40w Neonröhre, welches ich auch mit einem Akku betreibe. Man sieht also das ich von dieser Technik überzeugt bin.

Geschrieben von goOse am12.10.2013, 23:00
Behind the scene
Bauanleitung - „Lichtschwert“ (4xCCFL)

Vorwort
Um diese großartigen Werbefotos in den Hochglanzmagazinen zu erstellen, welche uns tagtäglich anlachen, wird in der Werbefotografie unglaublich großer Aufwand betrieben. Zum einen werden für jedes Gesamtkunstwerk dutzende von Einzellaufnahmen gemacht, mit meist Equipment dessen Preise uns die Tränen in die Augen treiben – zum anderen wird im Nachhinein extrem viel Zeit in aufwendige Nachbearbeitung investiert. Dennoch würde gerne jeder mal ein schönes Foto von seinem Bike oder seinem Auto machen, auf welches man stolz sein kann. Mit dieser Bauanleitung möchte ich Euch eine kostengünstige Alternative zeigen, mit der man schon mit geringen Aufwand – ähnliche Ergebnisse erzielen kann. Die Leute mit denen wir die ersten Versuche mit dem Teil gemacht habe, tauften es nach einigen Alberein „Lichtschwert“. Insgesamt habe ich mittlerweile 3 verschiedene Lichtschwerter. Einmal das erste, welches hier beschrieben wird mit 4 CCFLs. Dann eines mit 8 CCFLs und mein neustes (heute erst zusammen gebaut^^) mit einer 1,5m 230v 40w Neonröhre, welches ich auch mit einem Akku betreibe. Man sieht also das ich von dieser Technik überzeugt bin.

Nun was ist das Lichtschwert?
Kurz gesagt, ist es eine ~120 cm lange, Akkubetriebene Lichtquelle – untergebracht in einem Gehäuse, mit welchem man gezielt ein Objekt (Bike, Auto) bei einer Langzeitbelichtung beleuchten kann. Die Länge bzw. die Größe der Lichtquelle hat den Vorteil, das sie auch große Objekte in einem Zug gleichmäßig beleuchten kann. Ein weiterer Vorteil ist zudem, das dass Licht nicht von einem Punkt aus gesendet wird, sondern über eine große Fläche. Somit wirkt es schön weich und erzeugt nur auf Wunsch harte Schatten.

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Aber es hat auch klare Nachteile. Abgesehen von seiner Größe, ist dieses Licht auch relativ schwach. Sprich, man ist auf eine möglichst dunkle Umgebung angewiesen. Zudem erzeugt es keine intensiven Reflexionen auf dem Lack sondern mehr einen sanften „Nebel“ mit leichter Struktur – welche jedoch auch interessant sein kann.

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Nun aus welchen Komponenten besteht es?
Es besteht zum einen aus einem Gehäuse das schwarz beklebt wurde. Dazu später mehr. Dann aus einer Stromquelle – bestehend aus insgesamt 10 Mignon-Akkus, je 1,2v 2700mAh. Dies ergibt zusammen mind. 12V (real sind es 13,8v laut Voltmeter^^). Diese Akkus sind an insgesamt 4 30 cm Kaltkathodenröhren (CCFL) angeschlossen die mittels eines Vorschaltgerätes mit rund 700v versorgt werden. Man könnte diese ganze Anlage als mini-Neonröhre mit Akkus bezeichnen.

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Aber fangen wir mit dem Bau an. Hier zunächst unsere Einkaufslliste (für meine Version)
  • 4x Kaltkathodenröhren je 30cm. Diese stammen aus dem Casemodding und gibt es im 2'er Kit komplett mit passenden Vorschaltgerät online zu kaufen. Jedes Kit liegt bei ~5,30€/Kit
  • 1x Kabelkanal 40x40 weiß (Baumarkt)
  • 1x 2m Kunststoff L-Profilleiste min. 5 cm sollte die lange Seite haben (Baumarkt)
  • dünnes Elektrokabel, weiß
  • Spiegelklebeband (Baumarkt)
  • schwarzes Panzertape (Baumarkr)
  • Stromschalter (Baumarkt)
  • 3 Griffe (Baumarkt)
  • nach Wunsch Diffursorfolie (Baumarkt, Drachenbändiger)
  • 1x Aufputzdose (Baumarkt)
  • 10x Mignon-Akkus 1,2v, min 1.800mAh (je mehr desto länger brennt das Licht) (Conrad)
  • 1x Akkupack für 10x Mignon-Akkus und einem 9v Anschluss (Conrad)
  • 9v Steckverbindung (Conrad)
Auf.- und Zusammenbau
Leider habe ich nie Bilder von dem Bau des kleinen Lichtschwerts gemacht. Ich habe nur noch Bilder des inneren von einer großen Version mit insgesamt 8 Röhren. Aber das solchen zur Verdeutlichung reichen.

(Achtung, dieses Bild stammt von einer anderen Version mit 8 CCFL's. Hier habe ich 2 Reihen der Röhren verwendet. In der 4'er Version überlappen nur die Enden der Röhren und nicht die Röhren in ihrer gesamten Länge!!!!)
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Der Grundaufbau sieht wie folgt aus. Wir nehmen die insgesamt 4 CCFL's und legen sie abwechselnd nebeneinander, so das die Enden nebeneinander liegen. Hierbei unbedingt darauf achten, das sie so zusammen geschoben werden, das später im weitesten Sinne eine durchgehende Linie aus Licht entsteht. Lässt man Abstände zwischen den Leuchtelementen (in der Länge gesehen) gibt es bei späteren Aufnahmen mit der Kamera Lücken im Lichtbild.

Aus der Länge der zusammen geschobenen Röhren ergibt sich die Gesamtlänge eures Lichtschwerts. Bei mir waren es knapp ~115cm. Daher habe ich den Kabelkanal auf ~120cm gekürzt. Der Kabelkanal hat zur Befestigung des Deckels eine geschwungene Oberkante. Geht man mit einem Cutter innen an der Kante entlang, kann man sie mittels einer Zange sehr bequem und sauber abbrechen. Das machen wir auch über die gesamte Länge.

Dann habe ich meine drei Griffe gleichmäßig verteilt und verschraubt. Dann Löcher in den Kabelkanal gebohrt um die Anschlusskabel der Röhren nach außen zu den Vorschaltgeräten zu führen. Zudem ein weiteres Loch für den Schalter. Wie und wo Ihr die Vorschaltgeräte und den Schalter platziert ist eigentlich egal und ergibt sich von alleine.


Nur soweit möchte ich einen Tipp geben, das der Schalter so platziert wird, das man von einem Griff aus den Schalter mit dem Daumen bedienen kann. Es wird beim Shooting richtig ätzend, wenn man den im dunklen suchen muss und dabei das Schwert wild durch die Gegend schwenkt oder gar einen Bereich überbelichtet.


Dann habe ich Seitenwände der Aufputzdose auf den Seiten der Schraublöcher abgetrennt und eine weitere Lücke für den Anschluss des 9v Kontaktes des Akkuspacks geschnitten. Das verlinkte Akkupack passt perfekt in die Aufputzdose und dient als Halterung.

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Die Verkabelung ist noch ein wenig kniffelig für alle die damit noch nichts zu tun hatten. Die CCFL Kits sind wie gesagt eigentlich für den Einbau im PC vorgesehen. Das heißt aber auch, das sie auch so verkabelt sind. (Mit einer Rückblende für den PC und einem Einschalter). Ich habe einfach alles abgeschnitten und jeweils die passenden Kabel der Stromversorgung für die jeweiligen Vorschaltgeräte zusammen geführt. Eine Seite mittels des Schalters unterbrochen und dann zu meinem 9v Adapteranschluss zum Akkupack geführt.

Achtung! Die Stecker der einzelnen Röhren und die Stromanschlusskabel der Vorschaltgeräte sind alle Kodiert. Das heißt man kann nichts falsch anschließen. Man muss nur bei den Kits darauf achten das man Plus und Minus nicht vertauscht bei der Stromquelle. Die Vorschaltgeräte haben keinen Verpolungsschutz und brennen sofort durch! Also unbedingt mit dem Mulitmeter nachmessen und Kontrollieren bevor man was falsch macht!


Ist der Schalter verbaut, die Akkupackhalterung montiert und alle weiteren Verkabelungen verlegt, können die CCFL mittels des Spiegelklebebandes oder den beigefügten Klettverschlüssen des Kits verklebt werden.

Damit das Licht später schön diffus ist, habe ich anschließend matte, transparente Folie über die Kanten des Kabelkanals geklebt.

Nun kommt das kürzen und anbringen der beiden L-Profile auf die Gesamtlänge des Kabelkanals. Diese L-Profilleiste sind etwas höher wie die Seiten des Kabelkanals. Dies ist gewollt und notwendig. Später bei dem Beleuchten des Bikes, soll die Kamera nur das indirekte Licht des Lichtschwerts sehen. Baut man diese „Scheuklappen“ nicht mit ein, kommt es beim Fotografie öfter dazu, das die Kamera durch einen unglücklichen Winkel zum Lichtschwert, die Lichtquelle direkt sieht und man eine Menge Nachbearbeitung investieren muss diese Lichtspuren in der Luft zu beseitigen.

Der Einfachheit halber habe ich auf die lange Seite der L-Profilleisten stellenweise etwas Spiegelklebeband aufgeklebt und dann die L-Profilleisten seitlich angeklebt. Nachdem dann die Vorschaltgeräte ihre letztendliche Position gefunden haben, beklebte ich das gesamte Lichtschwert mit dem schwarzen Panzertape. Wie gesagt, schwarz reflektiert kaum und wird dadurch völlig unsichtbar bei den Aufnahmen, selbst wenn man einige Sekunden die Position nicht verändert. Um weiteres Streulicht zu vermeiden, habe ich auch die Innenseite, oberhalb der Diffusorfolie schwarz abgeklebt, damit die Kamera nicht die beleuchteten Innenseiten der Scheuklappen sehen kann.

Tja, Dann nur noch die Batterien ins Akkupack einsetzen, das Akkuspack in seine Halterung legen, den v9 Anschluss der vom Halter kommt angeschlossen und das Akkupack in der Halterung fixieren. Hier habe ich einfach 2 Gummibänder genommen. Hält bombenfest.

Fertig zum Gebrauch!
Viel Spass und Erfolg damit – und wenn Ihr das erste mal im dunklen mit dem Ding rumsteht – ja dann wisst Ihr wo der Name herkommt :mrgreen:
  • marko, RSMRB und Odonto bedanken sich