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  • Hinzugefügt am: 13.10.2013, 01:27
  • Aktualisiert: 16.10.2013, 08:00
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[Belichtungstechnik] - „Funkenregen“

Weil das Fotografiren von Motorrädern mit beliebigen Hintergrund langweilig wurde, suchte ich nach anderen Gestaltungsideen und kam irgendwann auf die Idee etwas mit Feuer bzw. Funken zu machen. Youtube liefert hier einige Ideen. Ich entschied mich für die erstmal einfachste Variante – Feuerregen durch brennende Stahlwolle.

Geschrieben von goOse am13.10.2013, 01:27

Behind the scene
Belichtungstechnik - „Feuerregen“

Vorwort
Weil das Fotografiren von Motorrädern mit beliebigen Hintergrund langweilig wurde, suchte ich nach anderen Gestaltungsideen und kam irgendwann auf die Idee etwas mit Feuer bzw. Funken zu machen. Youtube liefert hier einige Ideen. Ich entschied mich für die erstmal einfachste Variante – Feuerregen durch brennende Stahlwolle.

Materialliste

  • 1 Paket Stahlwolle, stärke 000 oder 0000 (halt das feinste was man bekommen kann. Je feiner die Wolle desto besser brennt sie ab
  • 1 mittleren Schneebesen aus Stahl, möglichst ohne Plastikgriff und einer Schlaufe am Ende

 

Grundidee
Bei Langzeitbelichtungen im dunklen, sieht die Kamera bekanntlich nur die Dinge die mit Licht angestrahlt werden oder selbst leuchten. Lichtquellen die sich bewegen oder bewegt werden, erzeugen sogenannte Lightrails. Im Falle der glühenden Stahltropfen der verbrennenden Stahlwolle, sieht die Kamera jeden einzelnen Tropfen und stellt die jeweilige Flugbahn und auch den Aufprall als eine durchgehende Linie dar.

 

Achtung! Extreme Band.- und Verbrennungsgefahr. Am besten setzt man eine Mütze auf und trägt Kleidung aus Naturmaterial wie Baumwolle. Diese geht nicht so schnell in Flammen auf, als wenn Schönwetter_Manni in seiner Ballon-Kunstfaser-Jogginghose darum tanzen würde! Zudem sollte ausreichend Wasser zum löschen mitgenommen werden. Eine Örtlichkeit die nicht Feuer fangen kann ist natürlich zuträglich. Zudem sollte man beachten, das die Funken locker 10-15m in jede Richtung fliegen!

 

 

Erster Testlauf
Da ich überhaupt keinen Plan davon hatte die viel oder wenig da an fliegenden Funken zusammen kommen, haben wir uns erst mal zu eine verlassende Autobahnunterführung aus Beton mit Betonboden und keinerlei brennbaren Materialen gesucht. Das ganze natürlich möglichst dunkel. An die Schlaufe des Schneebesens hatte ich ein gut 1m langes Kabel geknotet und an dem anderen Ende des Kabels ebenfalls einen Knoten, damit ich des beim Schleudern nicht aus der Hand verlieren konnte.

Nun nimmt man eine mittlere Hand voll Stahlwolle, stopft sich in den Schneebesen und zupft etwas von dem Inhalt etwas locker zwischen den Stegen des Schneebesens wieder heraus. Die Erfahrung damit zeigte, das die Wolle am besten brennt und auch am meisten Funken abwirft, wenn sie nicht dicht gepackt ist, sondern sehr luftig ist.

Nun löst man den Timer der Kamera aus (10 Sekunden, damit man genügend Zeit zum Anzünden der Stahlwolle hat), und hält bei ca. 8 Sek. Das Feuerzeug an die Wolle und beginnt zu schwingen. Nach wenigen Umdrehungen fängt das Spektakel an^^

 

Das Ergebnis sah wie folgt aus, dabei zündete ich links an der Wand die Wolle an und ging beim Schleudern langsam zur rechte Wand rüber.
gallery_6154_1533_664724.jpg


Bleibt man auf der Stelle stehen und schwingt den Schneebesen über sich, bildet sich nur ein Kreis
gallery_6154_1533_2037649.jpg


Bleibt man stehen, schleudert neben sich und dreht sich langsam im Kreis, bildet sich eine Kugel.
gallery_6154_1533_769896.jpg

Mit dieser Grundlangenforschung^^ Machten wir und wenige Tage später an die Bikes.

Funkenshooting
Der Plan war es, den Funkenregen mit den Motorrädern zu kombinieren. Die erste Idee war, einfach ein Funkenbild zu machen und später die Bikes die an der selben Stelle fotografiert wurden, mittels Photoshop einzufügen. Aber das hatte den Nachteil gehabt, das alle Reflexionen welche die Funken auf dem Lack erzeugen würden fehlen und jeder gleich sehen könnte das es eine Fotomontage ist. Also mussten die Bikes dort wirklich stehen – auch auf die Gefahr hin, das sie von den rund 1000°c heißen Tropfen getroffen werden.

Als Ort wählen wir mal wieder eine Autobahnbrücke, die einen verdeckten Platz hatte der rundum abgeschirmt war. Zudem fließt ein Fluss unter der Brücke her, wodurch wir für den Notfall genügend Wasser hatten. Die umliegenden Felder waren bereits abgeerntet worden, wodurch auch hier eine Brandgefahr herrschte.

Die Autobahnbrücke hatte den Vorteil, das sie auf der Unterseite nicht grade ist, sondern in der Mitte eine starke Erhöhung der Decke hatte. Die Bikes stellten wir so hin, das sie in der Mitte dieser Deckenerhöhung standen.

Also haben wir zunächst die einzelnen Bikes positioniert und alle notwendigen Einstellungen an der Kamera gemacht (30sek. f/8-f/11, 10 sek. timer). Statt des normalen automatischen Weißabgleiches, stellte ich einen anderen ein, der das weiße Licht des Lichtschwertes rötlich-gelb erschienen ließ. Somit hatte man sich schon mal bei der späteren Nachbearbeitung den Weißabgleich erspart. Dann markierten wir mittels Panzertape auf dem Boden den Sichtbereich der Kamera, damit ich wusste wann ich anfange ins Bild zu laufen und wann ich wieder raus war.

gallery_6154_1802_30674.jpg

Dann starteten wir mit dem Funken. Dazu ging ich einfach 2-3m hinter dem Bike mit der Schleuder quer durchs Bild und schleuderte dabei die Funken im 45° Winkel über mich hinweg Richtung Bike. Viele Funken schleuderten dabei gegen die Decke, welche über dem Bike erhöht war und fielen gut 50-100cm vor dem Bike zu Boden. Damit ich ein paar Funkeneinschläge vor der Kamera erhielt, machte ich die letzen Umdrehungen bevor sich keine Funken mehr lösten in Richtung Kamera.

gallery_6154_1802_65890.jpg

Das Ergebnis...
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Das ganze wiederholten wir weitere 2-3x mit jedem einzelnen Bike um möglichst viel Auswahl an Funkenregen je Bike zu haben. Dadurch, das wir bei jedem Bike nach den Einstellungen weder Bike noch Kamera verschoben haben - war die Position des Bikes bei jedem Funkenbild gleich, so das auch verschiedene Funkenversuche je Bike kombiniert werden konnten. Später in Photoshop wurde ein wenig Weißabgleich gemacht, Belichtung korrigiert und zwei Funkenbilder gemeinsam mit dem Bike ohne Funken zusammengefügt... Fertig.

9603475388_5f1f88927b_b.jpg

Und wie man sehen kann, hat sich es sich gelohnt – da wie vermutet die Rails der Funken Spiegelungen verursacht hatten und somit ein realistisches Gesamtbild abgeben.
Und trotz der Tatsche das mein Bike auf der Schwinge und auf der Maske direkte Treffer abbekommen hatten, blieben keine Beschädigungen zurück... Glück gehabt^^

In diesem Sinne – viel Erfolg!


Hier noch weitere Bilder aus dieser Serie:
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  • RSMRB, Odonto und unimatrix bedanken sich