Inhalte aufrufen

Rückruf Z900 - Federbeinaufnahme - weitere Infos


Tutorial Information

  • Hinzugefügt am: 22.10.2013, 22:28
  • Aktualisiert: 04.12.2014, 23:49
  • Ansichten: 514
 


* * * * *
0 Bewertungen

[Bildbearbeitung] Arbeiten mit Ebenen und Masken in Photoshop

In diesem Tutorial möchte ich Euch eine sehr einfache und vor allem schnelle Methode vorstellen, mit welcher jeder seine Bilder einfach ins das rechte Licht rücken kann.

Grundvoraussetzung hierzu ist eigentlich nur, dass alle Aufnahmen mit der selben Lichtquelle, den selben Kameraeinstellungen und völlig deckungsgleich Fotografiert wurden.

Geschrieben von goOse am22.10.2013, 22:28
Wieso eigentlich Fotos bearbeiten?
Nunja – meist kommt es doch bei uns Hobbyfotografen vor, dass die Bildergebnisse nicht dem entsprechen was wir uns vorgestellt haben, obwohl das Ausgangsmaterial gar nicht mal so schlecht war. Dennoch ist es uns einfach nicht gelungen das für uns optimale Ergebnis zu erzielen. Das mag an den fotografischen Fähigkeiten gelegen haben oder an dem verwendeten Equipment – oder gar an beidem :)

Aber zum Glück gibt es unsere grafischen Helferlein die mit ein paar kleinen Kniffen unsere Phantasie Realität werden lassen. In diesem Tutorial zeige ich Euch wie man mit einfach Mittel, tolle Ergebnisse erzielen kann.

Die folgenden Bilder stammen aus einer Spielerei die ich für dieses Tutorial verwende. Beleuchtet habe ich das Bike (für jene die es interessiert) mit meiner mobilen Neonröhre, meiner Canon EOS 600D mit dem Kit 18-55mm 3,6-5,6 IS II, 30 sek. ISO 100, f/11 bei nahezu völliger Dunkelheit. Wie man sehen kann handelt es sich quasi um das Grundequipment das viele schon Zuhause haben. Bis auf die Umwandlung mittels Lightroom von dem Canon-RAW Format meiner Kamera in das hier in Photoshop verwendete TIF-Format, sind die Bilder unverändert und wurden so fotografiert. Niemand soll also schon daran denken das diese im Vorfeld verändert wurden. So kommen die Bilder bei der richtige Belichtungstechnik auch bei Euch aus der Kamera!

Da ich immer versuche auf Nummer sicher zu gehen, mache ich von jeder Bikeszene in der Regel 3-6 Aufnahmen, jeweils aus verschiedenen Winkeln und Entfernungen der Lichtquelle zum Bike. Dies bring eine möglichst breit gefächerte Auswahl an Helligkeiten und Reflexionen auf dem Bike, welche letztendlich diese klare und saubere Optik erziehen. Es kommt jedoch schon sehr oft vor, dass bereits eine der Aufnahmen das gewünschte Ergebnis erziehen und die folgende Bearbeitung völlig unnötig wäre... ;)

Eingefügtes Bild


Falls sich einer fragt, warum auf 2 Bildern ein heller Streifen zu sehen ist?!
Die Antwort und der Grund ist einfach. Bei dem Lichtwert welches ich verwende, richte ich die Lichtquelle immer nur in die Richtung des Bikes. Die Lichtquelle selbst bekommt die Kamera nie zu sehen. Wenn ich jedoch die Lichtquelle zum Objektiv richte und bewege, zeichnet die Kamera (welche ja die ganze Zeit ein Bild auf den Sensor wirft) die gesamte Lichtspur auf – so dass sogenannte Lightrails entstehen (Auch bekannt als Lightpainting).

Aber warum habe ich das gemacht?
Auch eigentlich ganz einfach. Denn wenn Ihr euch die Reflexionen auf dem Bike genau anschaut wird es vielleicht schon klar. Wenn ich hinter dem Bike mit der Lichtquelle zum Bike hin und her gehe, erhalte ich ein sogenannte Kantenlicht, welche die Kanten des Bikes betonen oder gar erst sichtbar machen. Ohne ein Kantenlicht saufen die Begrenzungen zwischen dem Objekt (Bike) und dem dunkleren Hintergrund ab. Gut zu sehen auf den ersten 4 Aufnahmen. Somit verliert unser Bike die klare Abgrenzung zum Hintergrund. Bei farbigen Lacken ist das nicht so wild, jedoch ist schwarz äußerst schwierig zu Fotografieren – mit dem Kantenlicht bekommt man mehr Struktur in die Bilder und sie wirken wesentlich vollständiger.

Aber kommen wir zum Photoshop
Das war wir vorhaben ist, alle Bilder als Ebenen in Photoshop zu laden – sie übereinander schichten, den Ebenenmodus anpassen und später mittels einfacher Masken die Bereiche heraus zu arbeiten, welche wir betont haben möchten bzw. nicht zu sehen sein sollen. (Sollte einer nicht Wissen was Masken sind und wie man sie erstellt -> Youtube ist Dein Freund^^)

Zunächst starten wir Photoshop (hier CS4), gehen auf:
Datei->Scripten->Dateien in Stapel laden

Eingefügtes Bild

... und wählen unsere Aufnahmen aus. Die Reihenfolge ist erst einmal egal und kann später geändert werden.

Eingefügtes Bild

Photoshop läd alle ausgewählten Dateien und schichtet sie automatisch in eine Datei mit entsprechend vielen Ebenen wie Bilder ausgewählt wurden.

Eingefügtes Bild

Nun stellen wir bei allen Ebene die Füllmethode umstellen. Hierzu benutzen wir das Dropdownfeld im Ebenenmanager und stellen den Modus aus „Aufhellen“.

Was bewirkt „aufhellen“?
Nun Photoshop vergleicht den Inhalt der einzelnen Ebenen und zeigt im Grunde von jedem Bild immer nur die hellsten Bereiche im vergleich zur ersten Ebene an (unterstes Bild). Quasi addieren sich alle hellen Bereiche dadurch zu einem einzigen Bild, welches aber nur aus allen hellen Bereichen der einzelnen Ebene besteht. Das funktioniert in unserem Fall aber nur so einfach und reibungslos, weil alle unsere Bilder völlig deckungsgleich sind und auch einen schwarzen Hintergrund haben. Wenn nicht, gibt es lustige Geisterbilder, welche man extrem mühevoll anpassen muss.

Eingefügtes Bild


Das ganze sollte bei Euch dann in etwa so aussehen

Eingefügtes Bild


Aber wie wir sehen können wurden alle hellen Bereiche aus allen Bildern addiert. Teilweise wollten wir dies ja nicht.
Ganz auffällig sind hier die beiden Bilder, welche das Kantenlicht bilden sollten. Das muss natürlich weg. An diesen Punkt kommen Ebenemasken ins Spiel!

Nun erstellen wir für jede Ebene eine Ebenenmaske und maskieren alle Bereiche der einzelnen Ebenen die wir nicht sehen wollen und blenden sie einfach mit der Maske aus. Dies machen wir mit allen Bildern bis uns das Gesamtergebnis gefällt. Hierbei entfielt es sich zunächst alle Ebenen auszublenden und jede Ebene einzeln zu bearbeiten bzw. jeweils die darunter liegende eingeschaltet zu lassen und sich so langsam nach oben zu arbeiten.

An diesem Punkt empfehle ich jeden der einigermaßen die Übersicht behalten möchte, den einzelnen Ebenen Namen zu geben. Ich zB. benenne sie meist nach den Highlights die ich von dem Bild benutze. Bei 6 Ebenen ist das noch nicht so wild, aber wenn man erstmal richtig los legt, kommen mal schnell 10-20 Ebenen und Einstellungsebenen zusammen. Spätestens dann klickt man sich für gewöhnlich wild durch den Manager und sucht die richtige Ebene die man grade bearbeiten möchte.


Eigentlich ist die beste Methode, das Bike sehr exakt mit dem Pfadwerkzeug zu markieren und daraus eine Maske der exakten Kontur zu erstellen. Aber die Arbeit dem mit dem Pfadwerkzeug und den Vektormasken ist doch etwas umständlich, wenn man sich mit Photoshop noch nicht so intensiv beschäftigt hat. Insofern lasse ich dies hier weg und beschrieb den einfacheren, aber auch wesentlich unsaubereren Weg.

Wenn dies geschehen ist noch schnell das Bild freistellen mit dem Freistellungswerkzeug und somit den Bildausschnitt anpassen – Fertig!

Eingefügtes Bild



_______________________________________________________________________________________________


Aber halt! Das sieht aber irgendwie langweilig aus ohne Hintergrund.
Aber das kann man ja ändern^^

Immer wenn wir mit den Bikes und Kamera unterwegs sind und ich interessante Hintergründe sehe, mache ich gerne ein paar Aufnahmen davon. Einen solchen nehme ich hier nun zur Hand. Dieser hat sogar schon mal als Hintergrund gedient, aber bei einem ernsthaften Shooting - wo auch wirklich ein Bike davor gestanden hat^^. Weil mir dieser aber gut gefiel, schoben wir die Bikes anschließend aus dem Weg und machten noch ein paar Aufnahmen davon. Hier findet einer davon nun seine Verwendung.

Also fügen wir den Hintergrund als eine neue Ebene in unser Bild ein. Den Ebenenmodus belassen wir auf „Normal“.
Eingefügtes Bild


Da ich Ihn aber schon einmal benutzt habe und niemand Ihn gleich wieder erkennen soll, müssen wir Ihn ein wenig modifizieren. Dazu bietet Photoshop die Funktion, Variationen einer Ebene zu erstellen.

Eingefügtes Bild


Hier klicken wir ein wenig hin und her bis wir was gefunden haben was zum Bild passt und gefällt

Eingefügtes Bild


Da jedoch das neue Hintergrundbild das Bike verdeckt, muss das Hintergrundbild mittels Ebenenmasken freigestellt werden. Freigestellt soll bedeuten, wir zeichnen das Bike im Detail mittels einer Maske nach. Dies hat die Auswirkung, das von dem Hintergrund nur das zu sehen sein wird, was nicht das Bike verdecken würde. Hier sollte man sich viel Zeit lassen und genau Arbeiten. Ungenauigkeiten fallen später sehr stark auf und zerstören die Illusion, das dass Bike dort wirklich so mit dem Hintergrund stand. Zudem spielt die Position des Hintergrundes in unserem Ebenenmanager nun eine Rolle. Daher kann man auch auf den folgenden Bild sehen, dass ich die Position des Hintergrundes im Manager verändert habe. Grund hierfür war in diesem Fall eine zuvor darüber liegende Ebene die ungewollt Bereiche des Hintergrundes aufgehellt hatte.

Eingefügtes Bild


Also nächstes habe ich hier die Transparenz des Hintergrundes reduziert, so das er etwas dunkler wurde. Nun noch eine weitere transparente Ebene ganz oben erstellen und mit einem großen Pinsel mit wenig Deckkraft die Ecken und Ränder etwas abdunkeln, so das der Hintergrund nur im mittleren Bereich etwas erhellt wird und zu den Rändern an Helligkeit und somit Erkennbarkeit abnimmt. Dies passt hier besser zu dem Gesamteindruck...

Eingefügtes Bild

Tja, das war es nun aber wirklich :mrgreen:

Mit ein wenig Übung dauert diese Methode nicht länger wie 15 Minuten und erzeugt toll wirkende Bilder.
Viel Erfolg und Spass damit!
  • xC4sperx, zler, TR- und 1 weiterer bedanken sich