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ralpharmin aus Nähe Freiburg mit Z900RS SE


ralpharmin
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Ingo_KiloZ

Willkommen hier bei uns im Forum und allzeit gute Fahrt.

 

Grüße vom Niederrhein 

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ralpharmin

Hallo zusammen,

danke für das freundliche Feedback von Euch.

Die Auffälligkeit zum Fahrwerk/-Verhalten sage ich Euch gleich.

Bikes interessieren mich überwiegend bzgl. sportlichen Aspekten. Somit komme ich aus der 200+ PS-Liga. Warum dann die Z900RS - und von der die SE?

Wer in meiner Nähe in den Schwarzwald will, also aus der Rheinebene über die Pässe reinstechen will, der hat viele Möglichkeiten. ZB. Simonswäldertal, Glottertal, Schauinsland, Münstertal, Belchen links oder rechts, etc. 

Mehrmals im Jahr sind dort Polizeikontrollen in die ich gerate, von den unmäßig vielen Tempokontrollen hier rede ich gar nicht erst.

Was will ich sagen ... aus Herzenslust zubrezeln ist nicht mehr - die diesbezüglich für mich tollen Zeiten sind vorbei. Leider zu Recht, weil es hier immer etliche Motorradunfälle mit dramatischem Ausgang gibt, von denen ich den einen oder anderen kannte. In summa: Von den HighEnd Bikes habe ich mich innerlich irgendwie verabschiedet und suche nach meinem neuen Weg.

Die RS SE sah ich im Septemberheft. Selten reagiere ich visuell emotional - aber bei der war ich in einer Sekunde hin und weg. Liebe auf den ersten Blick kennt ja jeder, brauche ich also nicht erläutern. Am nächsten Tag war ich Mitte September beim Kawahändler und unterschrieb den Kaufvertrag. Die Z900RS kannte und kenne ich bis heute nicht, also keine Probefahrt.

Dass die SE selbst bei Brembo- und Öhlinselement kein Sportler ist war mir aber klar - bei 1470 Radstand und 216 Kilo voll erwartet das auch keiner.

Außerdem 2.000 Spanne zwischen maximalem Drehmoment und Höchstleistung bei nur 8.500 --> das ist ja fast wie bei alten Luftgekühlten.

 Dann las ich, dass die Kurbelwelle schwerer ist als bei der Z900, ergo hatte ich einen entspannten Motor erwartet -  und zudem nur 10,8 verdichtet, anstatt 11,8 beim Z900.

Derzeit bin ich nach dem 1. Kundendienst immer noch beim für mich richtigen Einfahren. Was fällt mir spontan auf?

Der Motor lässt sich bei der Oldschool-Zündfolge ab 1.300 ohne Mucken und Zucken fahren - das wären zB. 30 Km/h im 5. und 40 Km/h im 6. - so rolle ich anwärmend aus meinem Ort.

Das ruckfreie Anziehen ab niedriger Drehzahl überzeugt. Ich konnte mit einer Streetfighter S oder TuonoV4 so nicht fahren - die sind unter 3.500 rappelig und laufen nicht schön. Auch der CP4 in der MT10 läuft unter 3.000 rauh - erst nach Tuning akzeptabel ab 2.500.

Bremse: Die Bremboanlage habe ich derzeit nicht ausgereizt --> für mich derzeit unauffällig.

Fahrwerk/Fahrverhalten: Gabelsetup für mich derzeit Unauffällig.

Das Grundsetup des Öhlins hinten ist eine Katastrophe. Was soll das denn? Hat Kawa Deutschland sich eine ruhige Käuferschicht von 50+ ohne sportliche Ambitionen vorgestellt? ... oder wurde das Setup von einem 60 Kilo-Japaner auf laserglatten Fahrbahnen herausgefahren?

Fakt ist, dass die SE im ausgelieferten Standard-Setup beim Aufsitzen erheblich einsackt (ich wiege ohne Fahrerausrüstung 77 Kilo). Ergo habe ich die hydraulische Federvorspannung nach rechts auf Anschlag vorgespannt - somit verringert sich durch angehobenes Heck der Nachlauf etwas und sie fährt sich einen Tick handlicher - das tut ihr bei der Länge gut.

Zugstufe: Weich sollen laut Handbuch 30 Klicks sein, medium 20 und hart 0. Bei meiner war die ausgelieferte Einstellung 21 Klicks Richtung weich. Fahrt Ihr damit über Unebenheiten, dann knautscht sie sich zusammen und schwingt fröhlich wie Schaukelpferd mehrmals rauf und runter bis das abebbt. Es kommt nun darauf an was der Fahrer von seinem Fz. erwartet: Für den sanften Tourer ohne große Schräglage mag das chopperig noch ok sein - für den sportlicheren Charakter kann das in maximaler Schräglage jedoch ggfs. übel ausgehen --> Von Bodenwelle angeregt federt das Rad mit wenig Widerstand ein = Grip noch relativ ok. Beim Ausfedern nach Bodenwelle jedoch folgt das Fahrzeugniveau dem abwärtsfederndem Rad nicht schnell genug = wenig Druck auf dem Reifen zur Fahrbahn = eingeschränkter Grip mit Folgerisiken.

Abhilfe: Von ganz nach rechts geschlossenem Zustand habe ich die Zugstufe nach links nur 10 Umdrehungen geöffnet. Nun fährt sie sich im Verbund mit maximaler Federvorspannung straff, aber noch nicht unkomfortabel hart. Auf jeden Fall in schnellen Sektionen sicherer und schneller  (mit zusätzlich als Bonus mehr Bodenfreiheit).

Es grüßt Euch

ralpharmin

 

 

 

 

 

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Hallo ralfharmin,

 

schön , daß es hier jemand gibt der das Fahrgefühl und die Peformance der 900 Rs Se genauer schildert.  Um das  Fahrgefühl von Präzesion der Lenkung  und Bremsen zu erhöhen bin  ich gespannt auf weitere Ausführungen von dir zu lesen. 

 

Auch habe ich noch kein Bild entdeckt , der seine 900 RS  mit Stummel  fährt .

 

Ich selbst würde auch eine härtere , sportliche Sitzposition bei diesem wunderschönen Motorrad wünschen.

 

Gruß Nandi ,,

 

 

 

 

 

 

 

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Sehr interessant, deinen Bericht über das Fahrwerk und deren Einstellung zu lesen.

Meine 2 Cent: Ich setze mich auf das Bike, pumpe die Gabel ein paarmal, drücke mein Gesäß in die Sitzbank und wippe ein paarmal rauf und runter. Angenehm oder nicht. Wenn angenehm, wird der Zündschlüssel gedreht und ab geht es ohne viel Schnickschnack. 

Ich bin kein Blümchenpflücker und kein Agostini oder Rossi. Dafür ist die RS eh nicht gedacht. Wer, wie ich, in den 70/80-er Jahren mit den desaströsen Fahrwerken (und Reifen) einzelner BMW Modelle pp. tausende von Kilometern zurechtkam,  dem ist es heute eine Wohltat eine RS zu pilotieren die, wie auf Schienen geführt, ihre Kilometer frisst (sogar mit dem von vielen verschmähten Dunlop GPR 300) ;)

Edited by MaLa
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ralpharmin

Hallo Nandi,

ich kann nur von der SE etwas aussagen, weil ich die standard-RS nicht kenne.

Vor Auslieferung an mich vor zwei Wochen hatte ich einen Auftrag gegeben, die Dunlop-Standardbereifung zu verrechnen und mir S22 aufzuziehen, der mir von anderen Bikes in Fleisch und Blut übergegangen ist und dem ich vertraue. Allerdings muss ich sagen, dass auch der M7RR und Nachfolger M9RR, Rosso3 und Nachfolger Rosso4 meine Reifen sind. Alle spielen in einer Liga. Der auf verschiedenen Bikes für mich handlichste Reifen ist jedoch der S22. Das sind alles Sportreifen, die mir in meinem Fahrfenster von 15 bis 30 Grad Außentemperatur taugen. Wer auch bei kaltem Wetter unterwegs ist, für den gibt es geeignetere Reifen.

Leider hat das beim Händler aus Zeitgründen nicht geklappt und ich hätte warten müssen - nach neun Monaten Wartezeit hatte ich aber keine Geduld mehr und habe sie deshalb auf den Standard-Dunlops übernommen.

Man muss halt wissen, dass M9RR und Rosso4 schnell verfügbar sind - der S22 eben nicht. Egal, zum Einfahren tuts der Dunlop auch - und nach 1400 Km fahre ich sie immer noch ein - für mich irrelevant, dass laut Bedienungsanleitung das bei 1.000 Km abgeschlossen wäre. 

Außerdem habe ich mit maximal vorgespanntem und höherem Heck bei Rastenkratzen links keine negative Auffälligkeit beim Seriendunlop gehabt - gefahren nach 30 Km angewärmt bei 28 Grad Außentemperatur - bei einfahrend entspannter Fahrweise, also ohne heftige Bremse und Beschleunigung. Der Seriendunlop bietet ohne Überhitzung also ausreichend Grip. Insgesamt fährt sich die SE trotz meiner Fahrwerkseinstellung aber nicht wie ein Handlingwunder (mit diesen Dunlops). Die 150-170 PS-Hochlenkerbikes aus der "goldenen Mitte" fahren sich allesamt handlicher, sind aber auch kürzer. Ich habe mal geschaut, ob im Achsoval der Schwinge genügend Luft wäre, um 2 Glieder aus der Kette zu entfernen und somit 17mm den Radstand verkürzen zu können - dem ist leider nicht so.

Macht nichts ... ich stelle mich eben um und fahre mit ihr einen Tick zurückhaltender. Die Länge fordert ihren Tribut in der Art, dass sie eben nicht auf der Scheckkarte wenden kann. So schnell einem plötzlichen Hindernis ausweichen wie den kürzeren  S1000R, MT10 oder Tuono kann sie nicht. Für mich gilt bei ihr mehr als bei den anderen: "Länge läuft" also wie bei Sportbooten. Dafür ist ihr die hektische Beweglichkeit fremd - das Fahrverhalten würde ich vergleichend "souverän" beschreiben. Oder: Mit der komme ich entspannter an mein Ziel.

Für mehr Präzision in der Lenkung, von der Du sprichst, ist eines klar: dafür ist zu wenig Gewicht auf dem Vorderrad. Entspannt-aufrechte Sitzposition und hoher Lenker sind die Verursacher. 

Schöne Grüße

Hallo MaLa,

schön Deine Aussagen über die 70er Jahre Bike zu lesen (:-), ich weiß zu gut wovon Du sprichst. Ich hatte aus jenen Jahren vier CB750Fours, eine K5, F2, K7 und K6 - und andere. Das höchste meiner Gefühle waren damals die schlauchbereiften Dunlop TT100, die nach maximal 1.700 Km fällig waren. Es ist so wie Du schreibst ... optisch ganz ähnlich zu damaligen Bikes fährt sich Die RS(-SE) dagegen traumhaft gut.

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Herzlich willkommen aus Braunschweig.

 

Auch wenn es für manche anstrengend ist, soviel Text zu lesen, finde ich sowas immer sehr interessant.

 

Dein Text ist sehr gut nachvollziehbar, auch für Personen die nicht dieses Modell gefahren sind.

Ich finde sowas immer aussagekräftiger, als sich einfach nur Bilder anzuschauen.

 

Allseits gute Fahrt!

 

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Lautes Hallo und herzliches  :welcome: hier im Forum!

Und ein cremiges :danke: für Deine ausführliche und sehr gut nachvollziehbaren Beschreibungen zum Fahrwerk der RS-SE. Mit Dir gewinnt das Forum weiter an Kompetenz für ein erlebnis-orientierten Erfahrungsaustausch.

Fettes :thumbs_up: und allzeit Gute Fahrt mit "Länge läuft" 

 

Beste Grüße aus der Lausitz

Ardum

Edited by Ardum
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Am 20.6.2022 um 15:06 schrieb ralpharmin:

Abhilfe: Von ganz nach rechts geschlossenem Zustand habe ich die Zugstufe nach links nur 10 Umdrehungen geöffnet. Nun fährt sie sich im Verbund mit maximaler Federvorspannung straff, aber noch nicht unkomfortabel hart. Auf jeden Fall in schnellen Sektionen sicherer und schneller  (mit zusätzlich als Bonus mehr Bodenfreiheit).

Es grüßt Euch

ralpharmin

 

 

 

 

 

Du schreibst, dass du den Dämpfer mit maximaler Federvorspannung fährst. Somit kannst du beim Fahren mit Beifahrer nicht mehr auf die Beladung durch noch mehr Federvorspannung reagieren. Bist du so schwer? Kannst du eventuell einmal auf der Feder des Dämpfers die Bezeichnung ablesen oder ein Foto davon machen? Ich habe einen Blacklinen von Öhlins nachgerüstet, dann können wir die Federn eventuell vergleichen. Die Nummer auf meinem lautet 21003-34 /100 L3620

Ich müsste einmal die Länge der Feder messen, wenn der hydraulische Spanner komplett zurückgefahren, also nicht vorgespannt ist. Mein Fahrwerk ist eher auf sportlich getrimmt. Fahre Ein- und Zweipersonenbetrieb. Alleine (102Kg) ohne Vorspannung, zu zweit (170Kg) kpl. vorgespannt und das passt sehr gut.

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Hallo Z900RS,

gerade versuchte ich ein Foto der Federnummer für Dich zu machen, aber das klappt nicht. Die Feder ist derart unter Spannung, dass ich die Nummer, nach unten Richtung Schwinge, nicht erkennen und die Feder nicht Richtung Fotolinse drehen kann.

Dann beschreibe ich das Phänomen mit Worten:

Wenn Du trotz der erheblichen Last von 170 Kilo in voller Vorspannung, eher sportlich geprägt, sehr gut klar kommst, dann ist es ja gut. Aus der Distanz und nur theoretisch angesprochen vermute ich jedoch, dass die verbaute Serienfeder mit der Standard-Federrate bei dem Gewicht am bei Dir am Limit ist, da sie bei Dir eh schon maximal gespannt ist. So mal eben in 10 Sekunden die Federvorspannung durch Anpassung (solo/Sozia) ändern kannst Du wegen den Dämpfermuttern eben nicht. Wenn ich mit Deinem Equipment unterwegs wäre, dann würde ich die Feder gegen die nächst härtere tauschen und dann die Federvorspannung zurück nehmen. Bei Deinem ehrenvollen Gewicht solo bist Du sportlich wahrscheinlich passender unterwegs - und hättest mit Sozia frei werdende Reserven. Federtausch, sofern Du dazu nicht ausgerüstet sein solltest, macht jeder Öhlins-Stützpunkt - in meinem Fall Alu-Sauer in Oberkirch (bei Appenweier), der astreine Aluarbeiten macht (mir hat er einen Rennkühler anpassend geschweißt , oder meine MT10SP-Schwinge im Achsoval aufgefräst).

Außerdem: Bei Eurer gemeinsamen Belastung wird Deine SE bei zwei Personen hinten nicht unerheblich einsacken - Du merkst es ja an der leichteren Lenkung und dem unhandlicheren Verhalten, weil sich der Nachlauf von Serie 98 mm hebt. Was Du änderst wird immer ein Kompromiss bleiben - was willst Du denn primär optimal haben? Einstellung solo oder Soziabetrieb?

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Ich habe den Dämpfer von einem Fachbetrieb konfigurieren lassen und vermute, dass da eine andere Feder verbaut wurde. Der Dämpfer ist ansonsten der selbe wie der vom SE Modell. Habe auch die hydraulische Federvorspannung. Mich würde halt mal zum Vergleich die Bezeichnung auf der Feder der SE interessieren.

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